Gossen: DAX wird fallen
Obwohl sich bei den Wahlen in Griechenland die pro-europäischen Kräfte durchgesetzt haben, glaubt Charttechniker John Gossen nicht an eine nachhaltige Erholung an den Märkten. "Wir befinden uns in einem intakten Abwärtstrend", meint der Profi. Kurze Erholungsschübe im DAX ermöglichten hervorragende Tradingchancen.
Noch nie standen griechische Parlamentswahlen so im Zentrum des Interesses wie jetzt. Es ging um nicht weniger als den Verbleib der Griechen im Euroraum. Somit waren die Reaktionen der Märkte durchweg positiv, nachdem es so aussieht, als könnten die pro-europäischen Parteien in Athen eine stabile Regierung bilden.
Der DAX zog am Montagmorgen schon vorbörslich um 100 Punkte an, der Euro machte einen Satz über 1,27 US-Dollar. John Gossen, erfahrener DAX-Händler und Charttechniker, hält diese Reaktion jedoch nur für ein Strohfeuer. Ausnahmsweise hat der Experte für Indikatoren und Handelsmodelle auch eine fundamentale Erklärung für seine These: "In Griechenland sind jetzt wieder die Parteien an der Spitze, die das Land überhaupt erst in die Misere geritten haben. Somit ist und bleibt Griechenland ein Fass ohne Boden".
Jetzt richtig short positionieren
Den DAX sieht er nach wie vor in einem primären Abwärtstrend. Kurserholungen wie am Montagmorgen sind für ihn ideale Voraussetzungen, um Short-Trades zu platzieren. Denn Kurssprünge zur Handelseröffnung, so genannte Gaps, werden in der Regel in Trendrichtung geschlossen. So auch am vergangenen Montag. Der DAX springt knapp 200 Punkte in die neue Handelswoche, die er aber im Tagesverlauf komplett wieder abgibt. Auf solche Bewegungen setzt auch John Gossen. Erst wird festgestellt, in welcher Trendphase der DAX sich befindet. Dann ermittelt er mit Hilfe verschiedener Indikatoren und dem Trend genaue Einstiegs- und auch Ausstiegsmarken. Bis ein Kursziel erreicht wird, dauert es in der Regel ein bis drei Tage.
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