Norbert Sesselmann
GEA hat zum Jahresauftakt weniger verdient. Der Umsatz des Maschinenbauers fiel um elf Prozent, das EBIT um knapp fünf Prozent. Die Analystenschätzungen wurden somit verfehlt. Bei den Auftragseingängen jedoch scheint die Talfahrt ein Ende gefunden zu haben.
Der Spezialmaschinenbauer GEA erzielte im Auftaktquartal ein operatives Ergebnis (EBIT) von 51,3 Millionen Euro - ein Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz fiel um elf Prozent auf 938,2 Millionen Euro. In der Zeit zwischen Januar und März bekamen die Bochumer Aufträge im Wert von rund einer Milliarde Euro.
Talsohle durchschritten
Die Auftragseingänge waren im Krisenjahr 2009 im gesamten Maschinenbau so schlecht wie seit 1958 nicht mehr. Nach einem fünf Jahre andauernden Aufschwung kam im vergangen Jahr der große Bruch. Die Maschinenbestellungen fielen so schnell und drastisch wie noch nie seit Beginn der Auftragseingangsstatistik des Branchenverbandes VDMA. Die Kapazitätsauslastung, ein weiterer Gradmesser der wirtschaftlichen Lage, erreicht ebenfalls ein Negativrekord. Jedoch scheint die Talsohle jetzt durchschritten zu sein.
Schnell reagiert
Die Bochumer Maschinenbauer haben 2009 umfangreiche Sparmaßnahmen eingeleitet. Eine übersichtlichere Konzernstruktur soll ab 2012 nachhaltige Einsparungen bringen. Die Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung sollen bereits 2010 die Kosten um 165 Millionen Euro senken. Den Ausblick 2010 bestätigt GEA: Der Konzern erwartet demnach einen „moderaten Anstieg" bei den Aufträgen und eine Stabilisierung beim Umsatz.

Bodenbildung abwarten
Dank der Ausrichtung auf weniger volatile Industrien, wie die Nahrung und Energieerzeugung, verbunden mit einem breiten Produktangebot, ist die Auftragslage besser als bei anderen Maschinenbauer. Nach den veröffentlichten Zahlen kommt die Aktie heute Morgen unter Druck. Die Unterstützung bei 14,75 Euro sollte auf Tagesschlusskurs halten. Wenn diese Marke unterschritten wird, ist charttechnisch mit weiteren Abgaben Richtung 13,50 Euro zu rechnen. Für Neuengagements sollte eine Bodenbildung abgewartet werden.