Michael Herrmann
Vor wenigen Tagen konnte die GEA-Gruppe einen Großauftrag aus Neuseeland an Land ziehen und damit für positive Nachrichten sorgen. Nun legt das Unternehmen die Quartalsbilanz vor. Ein erneuter Anlass zur Freude?
GEA hat im zweiten Quartal besonders von der wachsenden Nachfrage in Asien profitieren können und beim Umsatz stärker zugelegt als von Analysten erwartet. "Die Nachfrage nach unserer Getränke- und Nahrungsmittelprozesstechnik in Asien und dort insbesondere in China ist derzeit sehr erfreulich", sagte der Vorstandschef Jürg Oleas. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorquartal um 13,5 Prozent auf gut eine Milliarde Euro zu und ist damit nur noch 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Zuversichtlicher Jahresausblick
Für den Jahresausblick zeigt sich Oleas zuversichtlich. Die Auftragseingänge entwickelten sich im Rahmen der eigenen Erwartungen. "Falls dieser positive Trend nicht von neuen weltwirtschaftlichen Turbulenzen gebremst wird, sollten wir den geplanten Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Euro erreichen", sagte Oleas. Insgesamt legten die Auftragseingänge um 12,7 Prozent auf 1,167 Milliarden Euro zu und liegen damit auf dem höchsten Niveau seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Großauftrag aus Neuseeland war demnach kein Einzelfall, sondern beispielhaft für die starke Stellung des, auf die Nahrungsmittelindustrie spezialisierten, Maschinenbauers.
Weniger Gewinn
Von den höheren Umsätzen blieb allerdings weniger als erwartet übrig. Vor Zinsen und Steuern verdiente die GEA-Gruppe 56,7 Millionen Euro und damit etwas weniger als im Vorjahr. Auch unter dem Strich waren es mit 28,8 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Die 2009 eingeleiteten umfangreichen Sparmaßnahmen scheinen noch nicht zu fruchten. DER AKTIONÄR hat allerdings bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die damit angestrebte übersichtlichere Konzernstruktur erst ab 2012 nachhaltige Einsparungen erbringen soll. Die Aktie reagierte nach Handelseröffnung dennoch mit einem deutlichen Kursrückgang.

Zunächst abwarten
An der jüngsten Einschätzung der Aktie hat sich durch die neuen Zahlen nur wenig geändert. So lag der Gewinn zwar leicht unter den Erwartungen, dafür sind die Umsätze und Auftragseingänge stärker gewachsen als erwartet. Letzteres belegt, dass die Annahme des AKTIONÄRs, dass die GEA-Gruppe weiterhin für eine stabile Auftragslage sorgen kann, zutreffend ist.
Die charttechnisch wichtige Marke von 18 Euro konnte die Aktie nicht halten. Das positive Signal ist dadurch zunächst wieder zunichte gemacht worden. Darüber hinaus stellt der Gewinnrückgang eine zusätzlich Belastung für die kurzfristige Entwicklung dar. Ein weiterer Rücksetzer ist daher sehr gut möglich, weshalb man mit Neuengagements zunächst abwarten sollte. Investierte Anleger können dagegen aufgrund der mittel- bis langfristig positiven Aussichten an der Aktie festhalten und die Position mit einem Stopp bei 13,75 Euro absichern.