Michael Schröder
Bei GCI Industrie tut sich was: Nachdem das Jahr 2010 von der Neuordnung des Portfolios geprägt war, dürften in diesem Jahr die letzten Beteiligungen aus dem alten Bestand veräußert werden. Ab 2012 peilt Vorstand Dr. Albert Wahl mit der Fokussierung des Geschäfts auf renditestarke Industriebeteiligungen wieder deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse an. Abgerundet wird das positive Bild durch Spekulationen über einen Einstieg eines neuen Investors.
Trotz der guten Aussichten fristet die Aktie an der Börse noch eine Art Schattendasein. Kein Wunder: Sondereffekte durch die Entkonsolidierungen versperren derzeit noch den Blick auf die operative Ertragskraft der Beteiligungsgesellschaft. Das dürfte sich spätestens im zweiten Halbjahr 2012 ändern.
Starker Motor
Nachdem GCI bedingt durch drei Insolvenzen im Portfolio schwierige Zeiten hinter sich hat, dürfte die Gesellschaft vor allem dank der 94-Prozent-Beteiligung an der Maschinenfabrik Spaichingen (MS) künftig wieder für positive Nachrichten sorgen. MS ist im Segment "Motorentechnik" unter anderem ein A-Lieferant von Komponenten (Kipphebel) für den so genannten Weltmotor von Daimler und für andere Dieselmotoren von Tognum oder MTU. Bedeutend ist insbesondere die Arbeit mit Daimler, deren Motor sämtliche Abgasnormen weltweit erfüllt und in den nächsten Jahren in LKW verbaut wird.
Interessierte Kunden
Aber auch im zweiten Geschäftsfeld "Schweißtechnik" befindet sich MS in einer guten Position. Experten sehen hier insbesondere Potenzial für die so genannte Ultraschallschweißtechnik. Anwender sparen durch die Methode Verpackungsmaterial und haben deutlich weniger fehlerhafte Produktausschlüsse. Erste große Verpackungskonzerne haben sich die Technologie dem Vernehmen nach schon vor Ort angesehen - und zeigten sich erfreut.
Viel Potenzial
Läuft in den kommenden Quartalen alles nach Plan, könnte GCI den Umsatz in den nächsten zwei Jahren auf über 300 Millionen Euro verdoppeln. Sollte auch das EBITDA in Richtung der 30-Millionen-Euro-Marke ansteigen, liegt ohne die Sonderabschreibungen sogar ein Gewinn je Aktie von mehr als 0,40 Euro im Rahmen des Möglichen. Dann dürfte die Aktie bereits deutlich über die 2-Euro-Marke notieren. Kein Wunder also, dass sich derzeit am Markt hartnäckig Gerüchte über den Einstieg eines neuen strategischen Investors halten.

Frühzeitig positionieren
GCI befindet sich im Wandel von einer Beteiligungsgesellschaft, die durch eine starke Komplexität Holding-Struktur gekennzeichnet war, hin zu einer Maschinenbaufirma mit nur noch einer Beteiligung - und damit einer deutlich besseren Wahrnehmung am Markt. Risikobewusste Anleger setzen auf dem aktuellen Niveau einen Fuß in die Tür und bauen eine Anfangsposition auf.