Thomas Bergmann
Der Wohnimmobilienkonzern hat gestern nach Börsenschluss die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Der operative Gewinn lag zwar über den Markterwartungen, der FFO jedoch unter den Prognosen. So bleibt es dabei: Die Aktionäre bekommen keine Dividende.
Überraschend hat GAGFAH in den ersten neun Monaten vor Zinsen und Steuern mehr verdient, als von den Analysten erwartet worden war. Mit 89,2 (Vorjahr: 60) Millionen Euro lag das EBIT um sechs Millionen etwa über den Schätzungen. Allerdings ging die für die Branche wichtige Kenngröße FFO (Funds from Operations) unerwartet stark zurück.
Investitionen in den Bestand
Der FFO je Aktie sank im Vergleich zum Berichtszeitraum des Vorjahres sehr deutlich von 19 auf 11 Cent. Die Konsensschätzung hatte noch auf 13 Cent gelautet. Der MDAX-Konzern verzichtet daher weiterhin auf eine Quartalsdividende. Man wolle stattdessen in den Bestand und die Finanzierung investieren.
Der Grund für den schwachen FFO liegt unter anderem an den wesentlich niedrigeren Mieteinnahmen. Diese gingen von 238 Millionen auf 225 Millionen Euro zurück und lagen damit im Rahmen der Erwartungen. Allerdings hatte GAGFAH auch rund 11.000 Wohneinheiten weniger im Bestand.
Doppel-Top
Charttechnisch betrachtet bewegt sich die Aktie unterhalb der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie, die bei 4,42 Euro verläuft. Sollte GAGFAH in den Trendkanal zurückkehren können, wartet bei 4,97 Euro eine massive Unterstützung. Im Oktober hatte die Aktie nämlich ein Doppel-Top ausgebildet. Nach unten sichert eine Linie bei 4,15 Euro ab.

Bedenken angebracht
Positiv ist zwar das höhere EBIT, nachdenklich stimmt aber der stetig sinkende FFO. Hier muss GAGFAH den Hebel ansetzen, will der Konzern wieder eine für den Aktionär attraktive Dividende ausschütten. Wer neu einsteigen will, sollte einen Rücksetzer in den Bereich von 4,15 Euro abwarten.