Thomas Bergmann
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat gegen fünf GAGFAH-Manager Anzeige wegen Insiderhandels bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gestellt. Ist die Erholung der Aktie damit ad acta zu legen?
Der Verdacht des Insiderhandels richtet sich gegen fünf nicht genannte Personen, die in Kenntnis einer Milliardenklage der Stadt Dresden gegen die GAGFAH ihre Anteile verkauft haben sollen. Fakt ist, dass Konzernchef William Joseph Brennan am 3. Februar 2011 621.500 Aktien zu je 7,50 Euro, also für 4,66 Millionen Euro veräußerte. Vier Wochen später flatterte der GAGFAH die Klage der Stadt Dresden ins Haus und der Aktienkurs schmierte ab.
Die Stadt Dresden könnte den Immobilienkonzerns auf mehr als eine Milliarde Euro verklagen. Angeblich habe GAGFAH gegen eine Sozialcharta verstoßen, die im Rahmen einer Immobilientransaktion vor fünf Jahren vereinbart wurde.
Verwaltungsrat beschwichtigt
Laut GAGFAH habe der Verwaltungsrat die Vorwürfe der BaFin untersucht und prüfen lassen aber keine Straftat feststellen können. Auch Brennan hatte die Vorwürfe immer energisch zurückgewiesen. Verwaltungsrat und Geschäftsführung von GAGFAH werden "mit den Behörden mit dem Ziel einer Aufklärung der Angelegenheit kooperieren."
Dass es jetzt zur Anzeige gekommen ist, dürfte für die meisten wenig überraschend kommen. Entsprechend gering waren die Auswirkungen gestern, als die Meldung über den Ticker lief. Es ist auch weniger ein Problem für das Unternehmen, als für die betroffenen Personen.

Intakte Erholung
Die Anzeige der BaFin hat den Aufwärtstrend der GAGFAH-Aktie nur kurzzeitig stoppen können. Charttechnisch betrachtet sieht es vielmehr danach aus, als ob der Kurs die Marke von 4,60 Euro überwindet und Kurs auf fünf Euro nimmt. Investierte Anleger ziehen den Stoppkurs nach.