GAGFAH: In Dresden geht die Angst um
Der Immobilienkonzern GAGFAH will sein Dresdner Portfolio verkaufen. Die Nachricht kommt völlig unerwartet, nachdem der Konzern und die Stadt erst Ende März einen langen Streit beigelegt und teuren Gerichtsprozess verhindert haben. Was treibt GAGFAH?
Der Immobilienkonzern GAGFAH bestimmt heute einmal mehr die Schlagzeilen. Das Unternehmen hat ein Institut damit beauftragt, einen Käufer für das Dresdner Portfolio zu suchen. Die 37.658 Wohnungen haben einen Buchwert von rund 1,8 Milliarden Euro. Experten gehen davon aus, dass es sich um einen Notverkauf handelt.
Ende März erst hatte GAGFAH mit der Stadt das Kriegsbeil begraben. Die sächsische Landeshauptstadt hatte im Frühjahr 2011 den Immobilienkonzern wegen Verstößen gegen eine Sozial-Charta verklagt und eine Summe von über einer Milliarde Euro gefordert. Doch die beiden Streithähne konnten sich einigen.
Notverkauf?
Umso überraschender ist jetzt die Meldung, dass der MDAX-Konzern das Portfolio in Dresden, das rund ein Viertel des Gesamtportfolios ausmacht, verkaufen will. Manche Marktteilnehmer vermuten, dass GAGFAH das Geld dringend braucht. Allein 2013 muss das Unternehmen Kredite im Umfang von 3,2 Milliarden Euro refinanzieren. Hinzu kommen die Belastungen aus dem Vergleich mit der Stadt Dresden wie höhere Instandhaltungskosten und jährliche Einmalzahlungen.
Unter diesen Umständen wird es für GAGFAH sehr schwer, den Buchwert zu realisieren. Außerdem sind 1,8 Milliarden Euro kein Pappenstiel, die Summe ist für keinen Investor der so leicht aufzubringen. Außerdem beschränkt die Sozial-Charta die Rendite des Portfolios, was es zusätzlich unattraktiv macht.

Verkaufen
Nach dem starken Kursanstieg der letzten Wochen ist diese Meldung das richtige Signal zum Ausstieg. Derzeit lässt sich nicht abschätzen, was der Verkauf bringt. Angesichts dieser Unsicherheiten sollten Anleger auf die Verkäuferseite wechseln.
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