Martin Weiß
Der deutsche Mobilfunkanbieter Freenet plant offenbar den Einstieg in den lukrativen Strommarkt. Das Unternehmen will damit rückläufige Erlöse aus dem Telefongeschäft kompensieren, schreibt das Handelsblatt am Donnerstag.
Der Einstieg in den Strommarkt ist für Freenet-Chef Christoph Vilanek naheliegend, da das Geschäft dem eigenen ähnelt. Dem Handelsblatt sagte er, dass sich Strom deshalb besonders gut eigene, weil der Markt erst vor kurzem liberalisiert worden sei und die Leute bei einem Anbieterwechsel beraten werden wollten.
Millionen potenzieller Kunden
Vilanek sucht nach neuen Umsatzquellen, nachdem die Wachstumsdynamik im Kerngeschäft mit Mobilfunkverträgen zuletzt spürbar nachgelassen hat. Im ersten Halbjahr sanken die Erlöse auf rund 1,64 (Vorjahr: 1,78) Milliarden Euro.

Freenet ist mit rund 16,5 Millionen Kunden der größte unabhängige Mobilfunkanbieter (mobilcom-debitel, Klarmobil) in Deutschland und besitzt damit eine enorme Vertriebskraft. Anders als beispielsweise die Deutsche Telekom, verfügt das Unternehmen aber über keine eigene Infrastruktur, sondern kauft Übertragungskapazitäten bei den Netzbetreibern. Nach dem Willen Vilaneks soll dieses Konzept nun auf den Energiesektor übertragen werden.
Kaum Reaktionen
An der Börse zeigen sich die Anleger bislang wenig interessiert an dem Thema. Die Aktie von Freenet klettert im frühen Handel lediglich um 0,4 Prozent in die Höhe auf 8,02 Euro. Seit Mai hat das Papier eine charttechnische Dreiecksformation ausgebildet, bei der ein Ausbruch aber erst noch bevorsteht. Erst nach einem Break wird sich entscheiden, ob Freenet den Widerstand bei 8,70 Euro in Angriff nimmt, oder ein Test des Tiefs bei 7,24 Euro erfolgt.