Martin Weiß
Die Aktie des Mobilfunkproviders rückt im Vorfeld der Q3-Veröffentlichung zunehmend in den Fokus von Anlegern und Analysten, die auf eine weitere Stabilisierung bei den Kundenverträgen hoffen. Der Titel gehört jetzt auf die Beobachtungsliste.
Andreas Heinold von UniCredit stuft die Freenet-Aktie vor den Zahlen weiter mit "Kaufen" ein, das Kursziel beträgt 11,50 Euro. Gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag ebei 9,29 Euro entspricht das einem Kurspotenzial von rund 24 Prozent.
Was wird mit Drillisch?
In Heinolds Kurzstudie vom Donnerstag heißt es: "Wir erwarten für Q3 wiederum eine sequenzielle Erholung bei den Kundenverträgen." Was einen potenziellen Deal mit Drillisch betrifft, dämpft der Analyst allerdings die Erwartungen. Er rechne hier mit einer Entscheidung frühestens in der ersten Jahreshälfte 2012.

Operativ sieht Heinold den Konzern weiter auf Kurs: "Die Einführung neuer Tarife, darunter die All Net Flat für 29,90 Euro, sollte zu einer Stabilisierung der Kundenbasis beigetragen haben. Wir rechnen mit einem Rückgang um 80.000 Kunden, nach 97.000 im Q2 und 174.000 in Q1."
Beim Umsatz kalkuliert UniCredit mit einem Rückgang von neun Prozent auf 764 Millionen Euro bei einem EBITDA von 90,5 Millionen Euro.
Bei seiner abschließenden Bewertung hebt Heinold neben dem günstigen KGV von 5,3 die hohe Dividendenrendite von 8,3 Prozent hervor. Auch sieht er Potenzial für eine Anhebung der Ausschüttung. Eine entsprechende Ankündigung könnte schon Anfang 2012 erfolgen.
Charttechnisch bleiben bei Freenet die Ampeln auf grün. Der kurzfristige Aufwärtstrend ist intakt und die Aktie steht vor einem Anlauf auf das 2011er-Hoch bei 9,71 Euro. Zuvor muss lediglich noch der kleine horizontale Widerstand aus dem Weg geräumt werden. Anschließend ist der Weg frei in zweistellige Kursgefilde.