Martin Münzenmayer
Vorstand von Labortechnikanbieter erwartet großen Umsatzsprung.
Bei der Aktie von Analytik Jena (WKN 521 350) zeichnet sich ein charttechnischer Ausbruch aus einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung ab. Dazu müsste der Bereich um 8,00 Euro nachhaltig überwunden werden. Fundamental wären durchaus höhere Kurse gerechtfertigt.
DER AKTIONÄR erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 0,80 Euro je Aktie. Basierend auf dieser Prognose errechnet sich für die Aktie des Anbieters von analytischen und bioanalytischen Systemen ein 2008/09er-KGV von 10. Angesichts des zu erwartenden dynamischen Wachstums eine günstige Bewertung. Das erste Kursziel liegt bei 10,00 Euro. Risikobewusste Anleger bauen mit Limit 7,75 Euro eine Position auf.
DER AKTIONÄR sprach mit Klaus Berka, Vorstandsvorsitzender der Analytik Jena AG, über die jüngsten Übernahmen, das aktuelle Marktumfeld und warum die Gesellschaft mittelfristig auf dem Wachstumspfad bleiben wird.
DER AKTIONÄR: Herr Berka, welche Vorteile resultieren aus der Übernahme der Biometra GmbH?
Klaus Berka: Mit diesem Zukauf stärken wir unseren Vertrieb. Denn Biometra verfügt über ein gut funktionierendes Vertriebsnetzwerk mit Niederlassungen in mehr als 60 Ländern. Vor allem in Asien sind wir nun dank der Übernahme von Biometra vertriebstechnisch in einer hervorragenden Ausgangssituation. Obendrein passt das Sortiment des Göttinger Unternehmens sehr gut zu den Produkten von Analytik Jena, sodass ich mit erheblichen Synergie-Effekten rechne.
Bei Biometra handelt es sich um ein profitables Unternehmen. Dies ist bei Cybio derzeit nicht der Fall. Warum hat sich Analytik Jena dennoch an Cybio mit 51,19 Prozent beteiligt?
Cybio verfügt über technologische Stärken im Segment des Hochdurchsatz-Screenings von Laborproben. Daher können wir gemeinsam mit Cybio unsere Produktentwicklung beschleunigen. Zudem lassen sich Synergien im Vertrieb nutzen, da Cybio mit Tochtergesellschaften in Amerika und Japan aktiv ist. Derzeit ist das Biotech-Unternehmen zwar nicht profitabel, aber mittelfristig wird es sicherlich wieder schwarze Zahlen schreiben.
Wie beurteilen Sie das aktuelle Marktumfeld von Analytik Jena?
Nach wie vor sehr gut ist das Umfeld in Asien. In Europa und in den USA Bekommen wir hingegen die Auswirkungen der Krise zu spüren. Allerdings dürfte die Investitionsbereitschaft unserer Kunden in Europa noch in diesem Jahr anziehen. Schließlich war bei der weltgrößten Chemietechnik-Fachmesse ACHEMA 2009, die vom 11. bis 15. Mai stattfand, sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Besuchern die Stimmung erstaunlich gut.
Im Instrumentengeschäft hat Analytik Jena im ersten Halbjahr 2008/09 den Umsatz um 31 Prozent auf 35,5 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn je Aktie kletterte im selben Zeitraum sogar um 65,7 Prozent auf ein Rekordniveau von 0,58 Euro. Können Anleger mit einer Anhebung der Gewinnprognose für das Gesamtjahr rechnen?
Ich halte nach wie vor an dem bislang in Aussicht gestellten Gewinn von 0,65 bis 0,85 Euro je Aktie fest. Denn ich möchte in puncto Gewinnentwicklung nicht zu viel versprechen, da Analytik Jena durchaus unter der Abkühlung der Wirtschaft leidet. Aber unabhängig davon bin ich überzeugt, dass Analytik Jena künftig auf dem Wachstumspfad bleiben wird. Bereits im Fiskaljahr 2009/10 rechne ich mit einem großen Umsatzsprung. Darüber hinaus dürften die Erlöse in den nächsten drei Jahren auf über 100 Millionen Euro klettern.