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Foris finanziert Sammelklage gegen AWD

Thorsten Küfner

Dem Finanzdienstleiser AWD droht eine Sammelklage. In Österreich wollen mindestens 4.500 Geschädigte gegen den deutschen Konzern klagen. Grund: AWD habe ihnen Aktien von Immofinanz und Immoeast als "mündelsicher" verkauft. Von einer Klage würde auch der deutsche Prozesskostenfinanzierer Foris profitieren, dessen Aktien seit Wochen deutliche Zugewinne verbuchen.

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Dem Finanzdienstleiser AWD droht eine Sammelklage. In Österreich wollen mindestens 4.500 Geschädigte gegen den deutschen Konzern klagen. Grund: AWD habe ihnen Aktien von Immofinanz und Immoeast als "mündelsicher" verkauft. Von einer Klage würde auch der deutsche Prozesskostenfinanzierer Foris profitieren, dessen Aktien seit Wochen deutliche Zugewinne verbuchen.

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat bekannt gegeben, dass sich mittlerweile rund 4.500 Personen gemeldet haben, die gegen den Finanzdienstleister AWD klagen wollen. AWD-Berater hätten ihnen Aktien von Immoeast und Immofinanz verkauft, die angeblich „mündelsicher“ beziehungsweise „so sicher wie ein Sparbuch“ seien. Die Aktie von Immoeast fiel im vergangenen Jahr von Kursen von 6,75 Euro auf zwischenzeitlich 0,225 Euro. Derzeit notieren die Anteilscheine bei knapp 0,80 Euro. Die Immofinanz-Aktien markierten 2008 Höchststände von 7,67 Euro, brachen danach auf bis zu 0,29 Euro ein und notieren aktuell ebenfalls bei rund 0,80 Euro. Peter Kolba, Leiter der VKI-Rechtsabteilung, bezifferte den Gesamtschaden auf mehr als 45 Millionen Euro.

AWD streitet ab

AWD, mittlerweile zu 97 Prozent in Besitz der Swiss Life, wies die Vorwürfe zurück. AWD-Österreich-Chef Kurt Rauscher erklärte, sei nur schwer nachvollziehbar, warum AWD pauschal für Schäden belangt werden solle, deren Auslöser außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft liegen. Zudem sei man auch verärgert, dass sich die Klagen ausschließlich gegen AWD richten. Schließlich hätten auch Banken und Versicherungsberater den Kauf von Immoeast- und Immofinanz-Aktien vermittelt. Indes plant der österreichische Prozesskostenfinanzierer Advofin an einer Sammelklage für weitere 2.000 Geschädigte gegen die Immofinanz. Die Gesellschaft habe künstlich durch illegale Geldzuflüsse die Kurse manipuliert.

Foris-Aktie im Aufwind

Der deutsche Advofin-Konkurrent Foris will nun die Kosten für die Kläger gegen die AWD übernehmen. Als Gegenleistung erhält die Gesellschaft im Erfolgsfall zwischen 20 und 30 Prozent der erstrittenen Summe. Angesichts des vom VKI bezifferten Gesamtschadens von 45 Millionen Euro könnte Foris mehr als zehn Millionen Euro erhalten. Allerdings ziehen sich derartige Verhandlungen oftmals über mehrere Jahre hinweg. Dennoch konnte der Kurs der Foris-Aktie in den vergangenen Monaten bereits deutlich zulegen.

AWD: Warten auf den Squeeze-Out

DER AKTIONÄR rät zum Verkauf der AWD-Anteile. Im Frühjahr dürften die restlichen noch im Freiverkehr umlaufenden Anteilscheine durch einen Squeeze-Out an die Swiss Life gehen. Die Barabfindung wurde auf 30,00 Euro festgelegt und damit unterhalb des aktuellen Kursniveaus.

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