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Lufthansa: Stabilisierung trotz Streik

Dominik Schertel

Der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa droht allem Anschein nach einer der größten Pilotenstreiks in ihrer Geschichte. Wie die Vereinigung Cockpit heute mitteilte, sprach sich in einer Urabstimmung die überwiegende Mehrheit der Piloten für eine Niederlegung der Arbeit aus. Die Aktie kann sich dennoch stabilisieren.

94 Prozent der zur Urabstimmung aufgerufenen Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings haben sich für einen Streik ausgesprochen. Dies teilt die Vereinigung Cockpit heute auf ihrer Homepage mit. Die Piloten werden aufgerufen, ihre Arbeit ab Montag den 22. Februar bis Donnerstag den 25. Februar 23:59 Uhr niederzulegen. Markus Germann, Verhandlungsführer der Vereinigung Cockpit sieht die Schuld bei der Airline: So sähe sich der Konzern trotz deutlicher Zugeständnisse seitens der Piloten nicht in der Lage, die geforderten Absicherungen gegen Verlagerung der deutschen Arbeitsplätze abzugeben. "Somit hat das Lufthansa-Management die nun folgenden Maßnahmen nicht nur zu verantworten, sondern provoziert", so Germann weiter.

Streitpunkt: Arbeitsverlagerung

Die Gewerkschaft fordert eine Arbeitsplatzgarantie für die Lufthansa-Piloten und hat sich im Gegenzug sogar bereit erklärt, eine Nullrunde bei den Gehältern zu akzeptieren. Zunächst hatte die Vereinigung Cockpit eine Gehaltssteigerung um 6,4 Prozent gefordert. Cockpit befürchtet, dass die Kranich-Airline im Zuge ihres Sparprogramms künftig mehr Strecken von ihren Auslandstöchtern bedienen lassen wird. Diese, zu denen auch Austrian Airlines und British Midland gehören, zeichnen sich durch ein niedrigeres Lohnniveau aus.

Bodenbildung abgeschlossen?

Das Börsenjahr 2010 ist für die Aktie der Kranich-Airline bisher alles andere als zufriedenstellend verlaufen. Ende Januar sorgten Aussagen des Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow für einen deutlichen Kursrücksetzer. Anschließend konnte sich das Papier wieder nach oben kämpfen, allerdings nur vorübergehend. Die Aktie prallte bei 12,00 Euro ab und rutsche bis auf unter 11,00 Euro. In diesem Bereich scheint der DAX-Wert nun einen Boden herauszubilden. Eine Gegenbewegung wird damit wahrscheinlich - und überfällig!

Kursziel: 14,30 Euro

Die Experten von Macquarie bewerten die Lufthansa-Aktie in ihrer jüngsten Studie mit "Outperform". Das Kursziel wurde bei 14,30 Euro festgesetzt. Die Analysten hoben dabei die breite Aufstellung der Lufthansa und ihre starke Bilanz hervor. Auch DER AKTIONÄR ist der deutschen Airline gegenüber grundsätzlich weiterhin positiv gestimmt. Risikobewusste Anleger können mit dem im Online-Musterdepot befindlichen Lufthansa MINI-Long auf einen schnellen Rebound in den Bereich um 12,00 Euro setzen. Allerdings sollten die hohen Kosten, die mit einem Streik einhergehen, nicht unterschätzt werden.

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