Florian Söllner
Auch Deutschland hat spannende Internetfirmen. Dazu gehört sicherlich die Manager-Community Xing. Die Gesellschaft hat nun starke Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie bleibt ein Kauf.
Nicht nur Studenten und Teens wollen sich im Internet vernetzten. Auch Manager und Angestellte haben mit Xing ihren Lieblingstreffpunkt im Netz. Auch weil immer mehr Nutzer ihre Gratis-Mitgliedschaft in einen Premium-Account tauschen, verdient das Portal gutes Geld. Die Zahl der beitragszahlenden Kunden konnte um 31.000 auf insgesamt 718.000 gesteigert werden. Wie am Mittwoch zudem gemeldet wurde, stieg der Gesamtumsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 25,9 Millionen Euro. Das EBITDA kletterte proportional dazu auf 7,04 Millionen Euro.
Rekordquartal
Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck ist entsprechend optimistisch: "Das zweite Quartal dieses Jahres war operativ das beste in der Unternehmensgeschichte. Das beschleunigte Wachstum in den neuen Ertragssäulen E-Recruiting und Advertising hat wesentlich zum Ergebnis beigetragen. Wir haben neben der Premium-Mitgliedschaft vor allem auch die Basis-Mitgliedschaft aufgewertet, wodurch wir im zweiten Quartal das höchste Mitgliederwachstum der vergangenen 15 Monate erreicht haben."
Mit vier Millionen Mitgliedern ist Xing die Nummer 1 in Deutschland. Doch auch im Ausland entwickelt sich der Social-Network-Betreiber sehr erfreulich. So stieg die Zahl der Mitglieder in der Türkei um 64 Prozent auf 908.000 und in Spanien um 40 Prozent auf 1,42 Millionen.

Bodenbildung
Xing hat nicht nur ein spannendes Geschäftsmodell, sondern auch das, was vielen jungen Internetfirmen fehlt - ein KGV. Dieses liegt auf Basis der 2012er-Schätzungen sogar bei überraschend niedrigen 12. Da auch charttechnisch das Tief erreicht scheint, bietet sich weiterhin ein Einstieg an. Kurzfristig ist wichtig, dass die 90-Tage-Linie bei 28 Euro verteidigt wird.