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Experten warnen vor Griechenland-Pleite – Folgen für Deutsche Bank und Commerzbank & Co.

Jochen Kauper

Ministerpräsident Giorgos Papandreou kündigt einen "Titanenkampf" gegen den drohenden Staatsbankrott an. In der Zwischenzeit warnt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger vor den Folgen einer Pleite Griechenlands. Das Finanzdrama hat am Montag nicht nur die Aktien von Frankreichs Großbanken Societe Generale und Credit Agricole erneut erfasst. Auch die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank mussten herbe Verluste einstecken.

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Es scheint, als könne Ministerpräsident Giorgos Papandreou nur noch der griechische Sonnen- und Lichtgott Hyperion helfen. Die Lage in Athen ist nehezu aussichtslos. Die Sparziele werden immer wieder aufs neue verfehlt, die Wirtschaft bricht noch stärker ein als zuletzt erwartet. Jetzt warnt sogar der Wirtschaftsweise Peter Bofinger vor den unkalkulierbaren Folgen für die Stabilität der Euro-Zone, sofern weitere Finanzspritzen für Griechenland ausbleiben. „Wenn Griechenland keine Hilfen mehr bekommt, dann gibt es eine unkontrollierte Insolvenz mit dem Ergebnis, dass das griechische Bankensystem zusammenbricht und dem Risiko einer enormen Kettenreaktion, die womöglich noch verheerender als bei der Lehman-Pleite 2008 ist', so Bofinger gegenüber der Saarbrücker Zeitung. Die Situation sei „hochexplosiv". Gleichzeitig forderte Bofinger, Griechenland mehr Zeit zur Sanierung seiner Finanzen zu geben.

Merkel will Euro-Zone zusammenhalten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands zurückgewiesen. „Was wir nicht brauchen können, ist Unruhe auf den Finanzmärkten. Die Unsicherheiten sind schon groß genug", so die Kanzlerin gegenüber rbb-Inforadio. „Ich glaube, wir tun Griechenland den größten Gefallen, indem wir wenig spekulieren, sondern Griechenland ermutigen, die Verpflichtungen auch umzusetzen, die es eingegangen ist", so die Kanzlerin weiter. Aus Sicht von Angela Merkel müsse jetzt alles daran gesetzt werden, den Euroraum politisch zusammenzuhalten, weil es sehr schnell zu Domino-Effekten kommen könnte. „Deshalb ist das oberste Gebot, eine unkontrollierte Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, weil das nicht nur Griechenland treffen würde, sondern die Gefahr, dass es alle trifft, zumindest noch etliche andere Länder, sehr groß ist", so Merkel.

Wirtschaft schrumpft noch stärker

Zuletzt wurden verstärkt Spekulationen über eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands laut. Neuesten Prognosen zu Folge wird die Wirtschaft der Hellenen in diesem Jahr um rund fünf Prozent schrumpfen. Bisher waren Experten von einem Rückgang von 3,8 Prozent ausgegangen. Die Rezession übertreffe alle Vorhersagen, so Finanzminister Evangelos Venizelos.

Frankreich im griechischen Schuldensumpf

Das Finanzdrama in Athen hat vor allem Frankreichs Großbanken erfasst. Auslöser waren Spekulationen über eine Griechenland-Pleite und die Furcht vor einem Bonitätsverlust der Banken durch eine Herabstufung durch Moody's. Die Ratingagentur hatte Frankreichs drei größte börsennotierte Banken am 15. Juni mit einem negativen Ausblick versehen. Damit nähere sich das Drei-Monats-Fenster seinem Ende. Innerhalb dieser Zeitspanne teilt die Ratingagentur im Normalfall  ihre Entscheidungen mit. Analysten bemängeln in erster Linie die Tatsache, dass französische Banken nur Rückstellungen von rund 21 Prozent auf ihre Griechenland-Engagements gebildet hätten. Andere Banken seien dagegen viel aggressiver zu Werke gegangen und hätten ihre Bestände um bis zu 50 Prozent abgeschrieben.

Keine Teilverstaatlichung der Banken

Am stärksten unter die Räder kam die Societe Generale. Seit Jahresbeginn ist der Börsenwert um mehr als die Hälfte gefallen. Frankreichs Industrieminister Eric Besson dementierte am Montag Spekulationen über eine Teil-Verstaatlichung der Finanzinstitute. „So eine These heute anzusprechen, erscheint mir nicht nur völlig verfrüht, sondern auch am Ziel vorbeizuschießen', erklärte er gegenüber dem TV-Sender BFM.

Nichts für konservative Anleger

„Die Gemengelage spitzt sich zu, die Verunsicherung am Markt gewinnt aktuell die Überhand", so Michael Seufert von der NordLB. Die Angst davor, dass sich Schulden- und Bankenkrise verschlimmern, wird die Märkte weiter belasten. Die Aktien der Deutschen Bank sowie der Commerzbank sind nach wie vor nichts für konservative Anleger. Für neue Investments sollte eine Marktberuhigung abgewartet werden.

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