Bastian Galuschka
Das Hamburger Biotech-Unternehmen hat dank eines starken zweiten Quartals im ersten Halbjahr den Turnaround geschafft. Damit liegt das Management um Vorstandschef Dr. Werner Lanthaler deutlich über Plan. Derweil glänzt die Aktie im derzeit schwachen Marktumfeld mit Relativer Stärke.
Paukenschlag bei Evotec. Das Biotech-Unternehmen hat das beste Halbjahr seiner Firmengeschichte abgeschlossen und die Profitabilität erreicht. Dank eines starken zweiten Quartals erzielten die Hamburger einen operativen Gewinn von 0,3 Millionen Euro. In der Vorjahresperiode stand an dieser Stelle noch ein satter Verlust von 29,3 Millionen Euro zu Buche. Der Nettogewinn lag bei 0,1 Millionen Euro.
Allianzgeschäft einmal mehr der Wachstumstreiber
Erfreulich entwickelten sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auch die Erlöse. Sie kletterten verglichen mit der Vorjahresperiode um ein Drittel auf 25 Millionen Euro. Hier zeigte sich einmal mehr das Allianzgeschäft als Wachstumstreiber. In den vergangenen Monaten konnte Evotec stetig neue Kooperationen vermelden, zuletzt mit dem Biotech-Urgestein Genentech.
Die Gründe für das erfreuliche operative Ergebnis sind neben gestiegenen Umsätzen allen voran in der deutlichen Reduzierung der Forschungs- und Verwaltungskosten zu finden. Darüber hinaus verbuchte das Unternehmen in den vergangenen Monaten einige Meilensteinzahlungen aus Kooperationen mit der Pharmaindustrie.
Umsatzprognose angehoben
Da diese schwer zu prognostizieren sind, wäre es auch fehl am Platz, das Resultat der ersten sechs Monate einfach ins zweite Halbjahr fortzuschreiben. Nichtsdestotrotz hat sich gezeigt, dass Evotec seinem ursprünglichen Ziel, spätestens im Jahr 2012 Gewinne schreiben zu wollen deutlich voraus ist. Für das laufende Jahr hat das Management zwar noch keine genaue Ergebnisprognose formuliert, jedoch nennt man zumindest beim Umsatz konkrete Zahlen. Dieser soll jetzt sogar höher als die ursprünglichen 48 bis 50 Millionen Euro ausfallen, nämlich in einer Spanne zwischen 52 und 54 Millionen Euro. Beim Cashbestand gehen die Verantwortlichen von einer Größenordnung über 64 Millionen Euro zum Jahresende aus.

Aktie bleibt ein Kauf
Bereits in der Printausgabe 22/10 hat DER AKTIONÄR gemutmaßt, dass Evotec seinem "Aktionsplan 2012" weit voraus ist und die Aktie von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass das Unternehmen bereits im kommenden Jahr nachhaltig Gewinne schreibt. Auch von Seiten der Medikamenten-Pipeline sind 2011 News zu erwarten. Hinzu kommt eine ausgesprochen robuste technische Verfassung der Aktie. An der Kaufempfehlung wird daher festgehalten, das 12-Monats-Kursziel beträgt 3,00 Euro.