Bastian Galuschka
Das Hamburger Biotech-Unternehmen hat sich erneut eine Firma einverleibt und baut so sein Allianzgeschäft weiter aus. Trotz anstehender Kosten durch die Transaktion bleibt die Jahresprognose davon unberührt.
Evotec setzt seine Expansionsstrategie unbeirrt fort. Wie das Unternehmen heute meldet, wird man die Develogen AG übernehmen. Der Kaufpreis beläuft sich auf bis zu 14 Millionen Euro und gliedert sich auf einen Betrag von acht Millionen Euro, der sofort in Aktien beglichen wird, sowie sechs Millionen Euro, die an gewisse Bedingungen geknüpft sind. Zusätzlich stehen den Develogen-Aktionären erfolgsabhängige Zahlungen bei Erreichen bestimmter Meilensteine aus den übernommenen Projekten zu. Sämtliche von Evotec im Zuge der Transaktion neu ausgegebenen Aktien unterliegen einer Lock-up-frist von sechs Monaten.
Pipeline erweitert
Develogen hat sich auf die Entwicklung von Therapien zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen spezialisiert. Evotec wiederum erweitert durch den Deal seine zuvor schon enge Partnerschaft mit Boehringer Ingelheim um weitere Projekte zur Behandlung von Diabetes Typ 2, die in den kommenden Jahren bis zu 237 Millionen in Form von Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen in die Kasse der Hamburger spülen könnten. Daneben umfasst eine Entwicklungspartnerschaft von Develogen mit Andromeda einen Wirkstoff zur Behandlung von Diabetes Typ 1, der bereits die entscheidende klinische Phase III umfasst.
Kein Wunder, dass sich der Evotec-Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Lanthaler von der Übernahme angetan zeigt: "Mit der Akquisition von Develogens Kerngeschäft auf dem Gebiet der Stoffwechselerkrankungen erweitert Evotec ihr Portfolio an hochwertigen Partnerschaften und erhält Anspruch auf potenziell signifikante Meilensteinzahlungen über die nächsten Jahre." Vor allen Dingen die Struktur des Deals hebt er hervor: "Wichtig ist, dass wir dieses signifikante Wertpotenzial für unsere Aktionäre akquiriert haben, und dabei viele Risiken, die ein derartiger Unternehmenskauf in der Regel mit sich bringt, ausschließen konnten. Vom anfänglichen Kaufpreis wird nahezu die Hälfte nur nach der Erreichung definitiver Unternehmensziele ausgegeben. Zudem stellt eine Earn-out-Komponente sicher, dass das zusätzliche Entgelt nur gezahlt wird, wenn die erworbenen Programme Umsätze generieren."
Prognose bleibt unverändert
Trotz erwarteter Kosten von rund zwei Millionen Euro im Zuge der Transaktion hält Lanthaler an seinem Jahresziel eines Cashbestandes von mindestens 64 Millionen Euro fest. Der Umsatz soll um mindestens 15 Prozent zulegen. Daneben wird der bisherige Develogen-Chef Dr. Cord Dohrmann wird ab 1. September den Evotec-Vorstand erweitern und zum Chief Scientific Officer ernannt.

Aktie bleibt ein Kauf
Mit der Übernahme von Develogen setzt Evotec-Chef Dr. Werner Lanthaler seine Expansionsstrategie der kleinen, aber gezielten Übernahmen zur punktuellen Verstärkung des Unternehmens konsequent fort. Das Allianzgeschäft wird daher immer mehr zur tragenden Säule. DER AKTIONÄR hält an seiner Kaufempfehlung für die Aktie fest. Das 12-Monats-Kursziel beträgt 3,00 Euro, ein Stopp sollte bei 1,60 Euro platziert werden.