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Evotec: Kurssprung nach Kooperation

Bastian Galuschka

Um fast 20 Prozent legt die Aktie des Hamburger Biotech-Unternehmens heute zu. Wieder einmal hat die Mannschaft um Firmenchef Werner Lanthaler einen Entwicklungspartner ins Boot geholt und somit ein wichtiges Jahresziel erreicht.

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So schnell kann es gehen: Wochenlang wurde die Evotec-Aktie von den Marktteilnehmern fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Heute wird sie an der Börse gefeiert. Grund ist eine weitere Kooperation.

So hat Evotec ein Lizenz- und Kooperationsabkommen mit Janssen Pharmaceuticals abgeschlossen. Hierbei erhält Janssen exklusiven Zugang zu einer Serie von Wirkstoffkandidaten, die der Regeneration von insulinproduzierenden Betazellen dienen. Diese Kandidaten wurden von Experten an der Harvard University im Rahmen des CureBeta-Projekts identifiziert, das Evotec mit der Universität erst im vergangenen Jahr gestartet hat.

Kasse aufgebessert

Im Zuge der Zusammenarbeit erhalten Evotec und die Harvard Universität eine Vorabzahlung von acht Millionen Dollar, der bei Erreichen bestimmter präklinischer, regulatorischer und auch später kommerzieller Ziele Meilensteinzahlungen zwischen 200 und 300 Millionen Dollar folgen könnten. Zudem würde Janssen bei Markteintritt einer Therapie an Evotec eine Umsatzbeteiligung zahlen. Evotec wird sämtliche Zahlungen mit der Harvard Universität teilen, unterm Strich bleibt also eine Vorabzahlung von 4 Millionen Dollar für die Hamburger.

Zwei wichtige Köpfe bei Erforschung der Betazellen sind Dr. Cord Dohrmann von Evotec und Doug Melton an der Universität Harvard. Dr. Cord Dohrmann, zugleich auch Chief Scientific Officer bei Evotec zeigt sich hocherfreut über den Vertrag mit Janssen: „Unsere Kooperation mit dem Labor von Doug Melton hat sich in mehrfacher Hinsicht als extrem erfolgreich erwiesen. Wir haben nicht nur unsere wissenschaftlichen Ziele hinsichtlich des Aufbaus einer überlegenen Betazell-Wirkstoffforschungsplattform und der Generierung einer umfassenden Pipeline an neuartigen und aussichtsreichen Targets erreicht, sondern haben auch ein neues Kooperationsmodell zwischen Akademie und Industrie etabliert.

Diese Zusammenarbeit ist hocheffizient und effektiv und beschleunigt die Entwicklung von innovativer Wissenschaft. Das Programm wird durch Janssen Pharmaceuticals optimal ergänzt. Unser Partner bringt weltweit führende Expertise in der pharmazeutischen Entwicklung sowie die notwendigen Ressourcen in die Kooperation ein, um unser Ziel, die ersten Therapeutika für die Wiederherstellung der Betazell-Masse und -Funktion auf den Markt zu bringen, erreichen zu können."

Weiterhin ein Basisinvestment

Mit der Janssen-Kooperation hat Evotec-Chef Lanthaler sein Ziel, mindestens einen großen Deal im Jahr 2012 präsentieren zu wollen, erreicht. Der Vertrag zeigt zum einen, wie hoch die Pharmaindustrie die Forschungsexpertise von Evotec einschätzt und zum anderen, wie gut das Händchen von Lanthaler ist, diese Forschungsexpertise auch in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln. DER AKTIONÄR bleibt daher einmal mehr bei seiner Einschätzung, dass die Evotec-Aktie neben dem Morphosys-Papier ein absolutes Basisinvestment im deutschen Biotech-Sektor darstellt.

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