Evotec: Der nächste Streich
Eine Kooperation mit Bayer lässt die Evotec-Aktie heute auf ein neues Jahreshoch schnellen. Nach Morphosys zündet damit die zweite Biotech-Rakete im TecDAX die nächste Stufe. Charttechnisch ist der Weg so gut wie frei.
Fast täglich positive Meldungen. Evotec-Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Lanthaler gibt weiter Gas. Wie das Hamburger Biotech-Unternehmen heute meldet, konnte man Bayer als Kooperationspartner gewinnen. Die strategische Allianz zwischen beiden Unternehmen umfasst die Erforschung Endometriose-assoziierter Zielmoleküle. Ziel sei es, drei Arzneimittelkandidaten für die klinische Entwicklung zu identifizieren, die potenzielle Therapien für Endometriose werden könnten.
Bislang keine Heilungsmöglichkeit
Endometriose betrifft schätzungsweise zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter, was etwa 176 Millionen Frauen weltweit entspricht. Sie wird durch das abnorme Wachstum von Gewebe verursacht, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, jedoch in diesem Fall außerhalb der Gebärmutter auftritt. Für Endometriose gibt es noch keine Heilung, die meisten verfügbaren medikamentösen Therapien können nur mit gewissen Einschränkungen angewendet werden.
Die Kooperation läuft über fünf Jahre, beide Parteien sind für die Forschung und präklinische Charakterisierung der Wirkstoffkandidaten verantwortlich. Für die anschließende Entwicklung und Vermarktung wird Bayer aber die alleinige Verantwortung tragen. Evotec erhält im Zuge der Zusammenarbeit eine Upfront-Zahlung von zwölf Millionen Euro. Zusätzlich winken Evotec von Bayer bei Erreichen bestimmter Ziele Meilensteinzahlungen von bis zu 580 Millionen Euro. Auch Lizenzgebühren an späteren Endometriose-Medikamenten im zweistelligen Prozentbereich sind möglich. Diese hängen jedoch davon ab, welcher der beiden Partner den jeweiligen Wirkstoff entdeckt.

Neues Jahreshoch
Die Evotec-Aktie schießt nach der Meldung auf ein neues Jahreshoch. Charttechnisch ist der Weg über drei Euro frei bis zum 2011er-Hoch bei 3,48 Euro. Die Ausbruchsbewegung bei der Aktie ist also in vollem Gange. Fundamental dürfte die Jahresprognose des Evotec-Managements spätestens mit der heutigen Upfrontzahlung überholt sein. Eine Prognoseangebung mit den Zahlen zum dritten Quartal sollte also nicht überraschen. Zumindest aber das Übertreffen der Jahresziele eines Umsatzes zwischen 88 und 90 Millionen Euro und eines operativen Gewinns über dem des Vorjahres hält DER AKTIONÄR für mittlerweile ausgemachte Sache.
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