Erste Gewinnmitnahmen bei BMW, Daimler und VW
Die Aktien der deutschen Premium-Autobauer BMW, Daimler und VW haben zur Wochenmitte in einem schwachen Gesamtmarkt unter Abgaben zu leiden. Nach der starken Entwicklung in den vergangenen Handelstagen machen Anleger zunächst Kasse.
"Vor allem die Hersteller von Luxuskarossen haben zuletzt zu den Top-Performern im DAX gehört", kommentiert ein Händler die Gewinnmitnahmen bei den Aktien von BMW, Daimler und VW am Mittwoch. Für zusätzliche Verunsicherung sorgen einmal mehr Konjunkturängste und die erwartete nachlassende Dynamik auf wichtigen Absatzmärken.
Analysten uneins
Druck kommt für die Papiere von Daimler und BMW auch von Analystenseite. Das Analysehaus Bernstein hat die Daimler-Aktie auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 40 Euro belassen. Der Titel sei zwar günstig bewertet, allerdings sei die Vertriebssituation von Mercedes in China alles andere als ideal, kritisiert Experte Max Warburton.
Bei BMW hatte sich DZ Bank-Analyst Michael Punzet enttäuscht gezeigt, dass die Gesamtjahresprognose nach einem starken zweiten Quartal lediglich bestätigt wurde. Der Experte erhöhte zwar sein Kursziel von 56,00 auf 58,00 Euro, bestätigt aber sein "Verkaufen"-Rating. Punzet hält den prognostizierten Umsatzanstieg im Bereich Automobile für wenig realistisch. Zu einem völlig anderen Ergebnis kommen die Experten von Merril Lynch. Die Analysten sehen ebenfalls Risiken auf wichtigen Absatzmärkten, bleiben aber bei ihrer Kaufempfehlung mit Kursziel 70,00 Euro. Auch die Daimler-Aktie wird mit Kursziel 55,00 Euro zum Kauf empfohlen.
In den Startlöchern
Größer, sicherer, leichter - der neue Golf 7 soll seinen Vorgänger in vielerlei Hinsicht in den Schatten stellen. Kurz vor der Premiere des neuen Golfs am 4. September hat VW erste Rahmendaten zu ihrem Aushängeschild präsentiert. Neben dem Absatzmarkt spielt der Golf 7 auch in der Fertigung eine wichtige Rolle. Die neue Golf-Generation soll das neuartige Produktionsverfahren "Modularer Querbaukasten" absichern. "Wir werden die steilste Produktions-Anlaufkurve fahren, die es je bei VW gegeben hat", so Produktionsvorstand Hubert Waltl.
Auch mit den alten Modellen läuft es bei den Wolfsburgern blendend. In den ersten sieben Monaten legte der weltweite Absatz der Kernmarke VW um 10,4 Prozent auf 3,26 Millionen Autos zu. Im wichtigsten Einzelmarkt China verzeichnete der Autobauer ein Wachstum von 15,2 Prozent.
Alles im Lot
Aus charttechnischer Sicht geben die Aktien der drei Autobauer ein starkes Bild ab. Die Titel befinden sich in intakten Aufwärtsbewegungen. Die VW-Vorzugsaktie hat jüngst ein neues Jahreshoch markiert und trifft nun auf das Mehrjahreshoch aus dem Sommer 2011 bei 152,20 Euro. Die Daimler-Aktie ist zwar noch weit von den Jahreshöchstständen entfernt, könnte aber mit dem Sprung über den Widerstandsbereich um 42,50 Euro neuen Rückenwind bekommen. Auf die BMW-Aktie warten ebenfalls eine Reihe von Hürden. Die gleitenden Durchschnittslinien, das Zwischenhoch aus dem Oktober 2011 sowie der Widerstandsbereich um 65,00 Euro dürften den Titel in den kommenden Handelstagen fordern.

Günstig zu haben
Die Aktien von BMW und Daimler sind nach wie vor günstig zu haben und daher für langfristig orientierte Anleger kaufenswert. Ebenfalls günstig und die höchste relative Stärke zeichnet die Anteile von VW aus. DER AKTIONÄR bleibt für die Wolfsburger optimistisch und bestätigt auch für die Vorzugsaktie seine langfristige Kaufempfehlung.
(Mit Material von dpa-AFX)
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