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Epigenomics: Hier wächst etwas heran

Bastian Galuschka

Das Molekulardiagnostik-Unternehmen Epigenomics hat heute auf einer Analysten- und Bilanzpressekonferenz 2009 noch einmal Revue passieren lassen und auch einen Ausblick für die kommenden Jahre gegeben. Und der kann sich sehen lassen.

Geert Nygaard, Vorstandsvorsitzender des Berliner Diagnostik-Spezialisten Epigenomics, kann zufrieden auf die vergangenen Monate zurückblicken: "Die Einhaltung all unserer Versprechen und die Erreichung all unserer Schlüsselentwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine im Jahr 2009 und Anfang 2010, wie die Markteinführungen von Epi proColon, Abbotts RealTime mS9 Darmkrebs-Bluttest, Quests ColoVantage-Testverfahren und der erfolgreiche Abschluss unserer PRESEPT-Studie haben Epigenomics ideal für die nächste Phase unserer Unternehmensentwicklung positioniert."

Wichtige Finanzkennzahlen verbessert

Die zahlreichen Erfolge sowohl auf der Forschungs- als auch auf der Vermarktungsseite spiegeln sich auch in den Geschäftszahlen 2009 wider. So erhöhten sich die Erlöse um 65 Prozent auf 4,3 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte von -12,8 auf -10,2 Millionen Euro ebenfalls verbessert werden. Die liquiden Mittel lagen zum 31. Dezember 2009 bei 6,1 Millionen Euro. Hinzu kommt der Bruttoemissionserlös von 33,1 Millionen Euro aus der jüngsten Kapitalerhöhung.

Markstart für Krebsfrüherkennungstest

Seit dem vergangenen Oktober vermarktet Epigenomics sein erstes Produkt, den Darmkrebsfrüherkennungstest Epi proColon. Hier konnten die Berliner ihren Kundenstamm schrittweise auf inzwischen 18 Labore in Deutschland und der Schweiz ausbauen. Während die Vermarktungsmaschinerie bereits auf Hochtouren läuft, stand auf Seiten der Forschung in den vergangenen Monaten vor allen Dingen die PRESEPT-Studie im Fokus.

Bei dieser wurde der auf einer bloßen Blutentnahme basierende Krebstest von Epigenomics an über 7.000 Probanden angewandt. Nach einer Panne in einem von drei Laboren, die die Datenauswertung zuerst negativ beeinflusst hatte, konnte die Studie nach einer Neumessung der betroffenen Proben schlussendlich mit einer Sensitivität von rund 63 und einer Spezifität von 89 Prozent erfolgreich abgeschlossen werden - beides verglichen mit bislang auf dem Markt befindlichen Konkurrenzprodukten exzellente Resulate.

Große Ziele

Im Jahr 2010 will Epigenomics ebenfalls eine Studie durchführen, in diesem Fall eine Zulassungsstudie für Epi proColon in den USA. Hierbei kann man auf die Proben, die im Zuge der PRESEPT-Studie gewonnen wurden, zurückgreifen. Die Zulassung in den USA strebt man für das Jahr 2011 an.

Auf  finanzieller Seite erwartet das Management im Jahr 2010 Umsatzerlöse von mindestens fünf Millionen Euro und sieht durchaus das Potenzial, diese Kennziffer in den kommenden zwei Jahren jeweils verdoppeln zu können. Die Gewinnzone könnte somit Ende des Jahres 2012 erreicht werden. Der Verlust vor Steuern und Zinsen dürfte 2010 in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen.

Solide Wachstumsstory

Epigenomics befindet sich auf einem guten Weg. Dass das auch viele Investoren so sehen, beweist die problemlose Durchführung der großen Kapitalerhöhung vor einigen Wochen. In den kommenden Jahren wird im Hinblick auf die Früherkennung von Krebsfällen noch viel Arbeit geleistet werden müssen. Die Tests der Berliner könnten dabei eine wichtige Rolle spielen und Leben retten.

DER AKTIONÄR bleibt daher bei seiner Kaufempfehlung für den Titel. Das Kursziel liegt bei 3,00 Euro. Zur Absicherung sollten Anleger ihre Positionen mit einem Stopp bei 2,20 Euro versehen.

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