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Epigenomics: Eindrücke aus der Telefonkonferenz

Bastian Galuschka

Nach dem Kursdesaster infolge unklarer vorläufiger Studiendaten seines Darmkrebsfrüherkennungstests veranstaltete der Diagnostikspezialist Epigenomics heute Nachmittag eine Telefonkonferenz. DER AKTIONÄR hat die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Keine Frage, es war ein heftiger Kursrutsch, den die Epigenomics-Aktionäre am vergangenen Freitag zu verdauen hatten. Vorläufige Studienergebnisse der groß angelegten PRESEPT-Studie, die die Basis für eine breite Marktzulassung für Epigenomics' Darmkrebsfrüherkennungstest in den USA sowie eine Kostenerstattung der Krankenkassen legen sollten, fielen gemischt aus. Die Krebserkennungsrate in zwei von drei Laboren lag zwar bei 62,5 Prozent und damit im Rahmen der Erwartungen, im dritten Labor wurden jedoch nur 28 Prozent der Krebsfälle nachgewiesen. Verunsicherte Marktteilnehmer schickten den Aktienkurs in der Folge um über einen Euro in die Tiefe.

Management bleibt zuversichtlich

Nach der heutigen Telefonkonferenz dürften sich die Gemüter der Aktionäre allerdings etwas beruhigt haben. Das Management um Vorstandsvorsitzenden Geert Walther Nygaard betonte hierbei, dass die Ergebnisse der ersten beiden Labore absolut im Rahmen der Erwartungen gelegen hätten. In bislang acht Studien, die sich insgesamt über fünf Jahre erstreckten, habe Epigenomics' Test Erfolgsraten von 66 bis 70 Prozent ausgewiesen. Die nun bekannt gegebenen 62,5 Prozent lägen zwar unter dieser Spanne, dies sei allerdings auf den im Vergleich zu bisherigen Studien höheren Prozentsatz von Karzinomen in einem sehr frühen Stadium zurückzuführen, bei denen die Erkennungsrate des Tests traditionell zurückgeht, während sie bei fortgeschrittenen Karzinomen nahe 100 Prozent liegt.

Bezüglich der niedrigen Erkennungsrate von 28 Prozent des dritten Labors wurde eine Prüfung eingeleitet, die am morgigen Dienstag beginnen soll. Ergebnisse werden innerhalb von ein bis zwei Wochen erwartet. Selbst wenn es zum Worst Case kommen sollte und die Studie wiederholt werden müsste, wäre dies laut Aussagen des Managements kein Beinbruch. Da von jedem Probanden vier Blutproben genommen wurden, könnte der Test nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Nygaard innerhalb von vier bis sechs Wochen noch einmal durchgeführt werden.

Kooperationen unbeeinflusst

Was die Partnerschaften mit Abbott, Quest, ARUP und Co anbelangt, sieht das Management diese durch die vorläufigen PRESEPT-Studienergebnisse nicht negativ tangiert. Vielmehr hätten die Partner auf Basis von Epigenomics' Biomarker Septin9 eigene Tests entwickelt und diese auch bereits anhand eigener Studien validiert. Diese Ergebnisse hätten ebenfalls durchweg im Bereich der bisherigen von Epigenomics durchgeführten Studien gelegen.

Stoppkurs ausgelöst

Durch den Kursrutsch ist die Epigenomics-Aktie am Freitag unter den AKTIONÄRS-Stoppkurs bei 2,70 Euro gefallen und wurde mit einem Plus von 5,9 Prozent verkauft (Erstempfehlung Juni 2009).

Keine Frage, für eine breite Marktdurchdringung des Tests sind positive PRESEPT-Studienergebnisse von hoher Bedeutung. Nichtsdestotrotz hält DER AKTIONÄR den Kursrutsch der Epigenomics-Aktie für übertrieben. Die Datenlage von zwei der drei Labore sowie zahlreiche frühere Studien sprechen klar für Epigenomics' Test und bestätigen die Vermutung, dass es sich bei dem vieldiskutierten Ergebnis des dritten Labors um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt hat. Was der Auslöser hierfür war, dürfte in den kommenden zwei Wochen bekannt werden.

Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielball der Zocker. Anleger sollten den Titel daher vorerst nur auf die Watchlist nehmen und mit einem Einstieg abwarten bis sich zum einen der Aktienkurs beruhigt hat und zum anderen auch die Unsicherheit um die Studienergebnisse vom Tisch ist.

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