Markus Horntrich
Der Automobilzulieferer ElringKlinger hat mit den Zahlen zum dritten Quartal die Prognosen der Analysten übertroffen. Auch der Ausblick fiel dank der anhaltend guten Auftragslage weiterhin positiv aus. Die Aktie bleibt aus Sicht des AKTIONÄR ein Kauf.
Wie erwartet konnte der Automobilzulieferer ElringKlinger für die ersten neun Monaten im laufenden Geschäftsjahr überzeugende Zahlen vorlegen. Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis liegen die Schwaben über den Erwartungen der Analysten.
Umsatz plus 30 Prozent
Die ElringKlinger-Gruppe hat den Umsatz von Januar bis September um 30,2 Prozent auf 763,2 Millionen Euro gesteigert. Gründe für den starken Anstieg sind einmal mehr die anhaltend starken Pkw-Nachfrage in den meisten Absatzregionen weltweit, Produktneuanläufen im Bereich Erstausrüstung sowie den erstmaligen Umsatzbeiträgen der im Jahr 2011 getätigten Akquisitionen. Die Übernahmen des Bereichs Metallische Flachdichtungen der Freudenberg Gruppe sowie des Schweizer Abgasspezialisten Hug haben im 9-Monatszeitraum 58,9 Millionen Euro zum Konzernumsatz beigetragen.
Sondereffekt
Einen Sondereffekt hat ElringKlinger wie angekündigt durch die Veräußerung des nicht zum Kerngeschäft zählenden Gewerbeparks Ludwigsburg erzielt. Die MDAX-Firma verbuchte im dritten Quartal einen Einmalertrag in Höhe von 22,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis im Zeitraum Januar bis September kletterte damit von 91,6 auf 124,0 Millionen Euro. Im dritten Quartal schaffte der Konzern einen Umsatzanstieg von 30,6 Prozent auf 264,4 Millionen Euro, bei einem EBIT von 58,0 Millionen Euro (Vorjahr: 34 Millionen Euro). Bereinig um den Einmaleffekt hätte sich das EBIT auf 35,3 Millionen Euro belaufen.
Analystenschätzungen geschlagen
Unter dem Strich liegt ElringKlinger mit dem präsentierten Zahlenwerk über den Analystenschätzungen. Auch der Ausblick ist weiterhin vielversprechend: Die Auftragseingänge gegenüber dem bisherigen Rekordwert im zweiten Quartal leicht abgeschwächt, mit 257,8 Millionen Euro übertrafen sie jedoch den Vorjahreswert um 20,1 Prozent. Der Auftragsbestand zum Ende des dritten Quartals liegt damit bei 440,9 Millionen Euro beziehungsweise 39,8 Prozent über Vorjahresniveau.
Prognosen bestätigt
Aufgrund der guten Auftragslage und der weiterhin stabilen konjunkturellen Entwicklung geht die ElringKlinger-Gruppe für 2011 nach wie vor von einem organischen Umsatzanstieg von 12 bis 14 Prozent aus. Hinzu kommen die Umsatzbeiträge aus den zugekauften Firmen von insgesamt rund 80 Millionen Euro, so dass 2011 insgesamt mit 970 bis 985 Millionen Euro Umsatz zu rechnen ist. Für das EBIT wird ein Anstieg um 15 bis 25 Prozent erwartet, obwohl die Zukäufe das Ergebnis temporär verwässern, erhebliche Vorleistungen für den neuen Bereich E-Mobility erbracht werden und Materialpreise spürbar gestiegen sind. Der Ertrag aus dem Verkauf des Gewerbeparks Ludwigsburg in Höhe von 22,7 Millionen Euro kommt dabei noch hinzu.

Schwächen nutzen
Aus fundamentaler Sicht bleibt ElringKlinger ein klarer Kauf. Allerdings mahnt die Situation am Gesamtmarkt zur Vorsicht. Kurs unterhalb von 17 Euro sind mit Stopp bei 14,50 Euro klare Kaufgelegenheiten.