Markus Horntrich
Der Automobilzulieferer ElringKlinger gewinnt nach der abgeschlossenen Konsolidierung wieder an Dynamik nach oben. Die Aktie gehört heute zu den Top-Gewinnern im MDAX. Auslöser für die gute Entwicklung ist unter anderem die gestern gemeldete Übernahme der Metalldichtungssparte von Wettbewerber Freudenberg.
Ein Tagesplus von über drei Prozent - damit konnte die ElringKlinger-Aktie im frühen Handel aus ihrer Konsolidierungsformation nach oben ausbrechen und ein Kaufsignal generieren. Auslöser für die positive Stimmung bei dem Automobilzulieferer dürfte die gestern angekündigte Übernahme der Zylinderkopf- und Abgasdichtungssparte der Freudenberg-Gruppe sein, die auch von Analystenseite positiv bewertet wird.
Der geplante Zukauf - er steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der französischen Kartellbehörde, eine Genehmigung ist frühestens im Oktober zu erwarten - ist für den Automobilzulieferer ein wichtiger Schritt zur weiteren Marktkonsolidierung, was für die SDAX-Firma viele Vorteile hat.
Übernahme mit vielen Vorteilen
Im Bereich Zylinderkopfdichtungen verschwindet ein Wettbewerber vom Markt, den sich nur noch zwei Anbieter aufteilen. Das dürfte sich mittelfristig positiv auf die Preise in diesem Segment auswirken. Zudem gewinnt ElringKlinger Zugang zu Kunden wie PSA, Renault und Fiat. Des weiteren kann ElringKlinger auf neue Produktionskapazitäten zugreifen. Angesicht der robusten Nachfrage aus der Automobilindustrie ein willkommener Umstand. Der Kaufpreis für Freudenberg dürfte bei dem 0,7-fachen des für 2011 erwarteten Umsatzes von 50 Millionen Euro, also bei rund 35 Millionen Euro liegen. Die Übernahme wäre also alles andere als teuer. 2011 dürfte die neue Tochter eine operative Marge von zehn Prozent realisieren können, was einem EBIT-Beitrag von fünf Millionen Euro entsprechen würde. 2012 ist im Falle einer schnellen Integration mit einem zusätzlichen EBIT-Beitrag von acht Millionen Euro zu rechnen.

Kaufempfehlungen am laufenden Band
Eine positive Entscheidung der Kartellbehörden vorausgesetzt, ist davon auszugehen, dass die Analysten ihre Kursziele entsprechend Anpassen. Die Übernahme stieß bei Unicredit, WestLB und Lampe auf positive Resonanz. Alle Institute haben die MDAX-Aktie mit "Kaufen" bestätigt. Die Kursziele liegen im Bereich von 25,00 Euro. DER AKTIONÄR hat dem nichts hinzuzufügen, die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau nach wie vor ein klarer Kauf. Das Kursziel des AKTIONÄRS: 25 Euro.