Markus Horntrich
Der japanische Autoriese Toyota will den Hype um Elektroautos nicht länger mitmachen. Er glaubt nicht an ihren Erfolg und setzt auf Hybrid-Motoren. Für den Automobilzulieferer ElringKlinger wäre das wohl das beste Szenario von allen.
Toyota hat sich in den letzten Monaten mit unzähligen Rückrufaktionen ja einen eher zweifelhaften Ruf erarbeitet. Nun gehen die Japaner im Gegensatz zu den meisten anderen Automobilherstellern einen völlig anderen Weg. Denn den Hype um das Elektroauto will Toyota nicht mitmachen. Siehe dazu auch den Artikel auf Welt Online.
Toyota setzt auf Hybrid-Motoren
Ganz auf Umweltverträglichkeit will Toyota natürlich nicht verzichten. Im Massengeschäft setzen die Japaner auf Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor, auf Hybride. Eine verständliche Strategie, denn bei dieser Technologie ist Toyota eindeutig führend. Rund zehn Prozent der in Deutschland verkauften Autos sind bereits Hybride. Ziel ist es, diesen Anteil in zwei bis drei Jahren zu verdoppeln. Wenn ein Hersteller, der, bezogen auf den Autoabsatz im Jahr 2010 nach GM der zweitgrößte der Welt ist, eine solche Ankündigung macht, dann hat das Gewicht und ist auch richtungsweisend.
Der große Profiteur
Wenn dieses Beispiel Schule machen sollte, wäre das für den schwäbischen Automobilzulieferer ElringKlinger das Paradies auf Erden. "Hybrid ist für uns ideal. In einem Hybrid verkaufen wir unser klassisches Verbrennungsmotor-Produktportfolio und zusätzlich Teile für Elektromotoren. Im klassischen Produktportfolio haben wir pro Fahrzeug, wenn wir alles verkaufen, einen Umsatz von etwa 40 bis 60 Euro und unsere neuen Zellkontaktiersysteme kosten zwischen 120 und 150 Euro", so ElringKlinger-Chef Dr. Stefan Wolf vor einigen Wochen im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Mit den Aussichten auf eine Hybridwelle hat ElringKlinger so etwas wie eine serienmäßig eingebaute Wachstumsgarantie.
Kurssturz sorgt für Kaufkurse
Dass die Aktie, die schon vor dem Absturz zu den AKTIONÄRS-Favoriten der nächsten Jahre zählte, sich vom Hoch fast halbiert hat, eröffnet nun auf Sicht von mehreren Jahren eine ausgesprochen attraktive Einstiegsmöglichkeit. Zumal sich ElringKlinger auch in der Absatzkrise 2008 und 2009 ausgesprochen gut geschlagen hat und als einer der wenigen Automobilzulieferer trotz des Umsatzeinbruchs noch profitabel arbeiten konnte.
Bei den Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2011 und 2012 sind Erlöse aus neuen Geschäftsfeldern wie den Zellkontaktiersystemen noch gar nicht enthalten. Das birgt reichlich Fantasie, auch wenn man davon ausgeht, dass der Automobilmarkt wie von Analysten erwartet aufgrund der Konjunkturrisiken langsamer wächst oder stagniert. 2011 dürfte ElringKlinger rund 985 Millionen Euro umsetzen und einen Gewinn je Aktie von 1,32 Euro erwirtschaften. Bei einem Kurs von aktuell 16,40 Euro entspricht dies einem KGV von moderaten 12, das sich 2012 auf 10 reduzieren wird. Mit 48 Prozent Eigenkapitalquote sind die Schwaben zudem bilanziell gut aufgestellt.

Erholung nutzen
Nach einem Einsturz von 40 Prozent innerhalb der letzten sechs bis sieben Wochen ist die Aktie reif für einen Gegenschlag. Knapp unter 15 Euro konnte der Wert einen Boden bilden. In Kürze dürfte der Widerstand bei 16,90 Euro angepeilt werden. Gelingt ein Ausbruch, winken weitere Kursgewinne bis zur nächsten Hürde beim Japantief bei 18,90 Euro. Damit lässt sich ein Neueinstieg auf dem aktuellen Niveau rechtfertigen, zumal man das Risiko mit einem Stopp bei 14,70 Euro rund zehn Prozent begrenzen kann.