Ein Herz für SMA Solar und Solarworld; Misstrauen gegenüber Yingli
Der Preis ist nicht alles. Eine neue Untersuchung hat gezeigt, dass auch beim Kauf von Solarmodulen die Marke entscheidend sein kann. Das macht Hoffnung für Solarworld.
Nüchtern betrachtet haben deutsche Hersteller keine Chance gegen die Flut günstigerer Solarmodule aus Asien. Doch der Kunde handelt eben nicht rational sondern emotional. PhotovoltaikZentrum.de hat nun 100 Probanden Solarmodule vorgelegt. Das Ergebnis des Tests ist eindeutig: Die Kunden kaufen nicht automatisch das günstigere Modul. Vielmehr hat der Markenname einen großen Einfluss. Nur wenn sonst kein wesentlicher Unterschied zwischen Produkten vorhanden sei, würde der Kunde das günstigere Angebot auswählen.
Den Unterschied macht die Marke. So entschieden sich im Bereich der Wechselrichter über 34 Prozent für SMA, den teuersten Hersteller im Vergleich. Für Power-One, als der günstigste Hersteller im Vergleich, entschieden sich nur 13 Prozent. Der Teuerste Modulhersteller im Vergleich war Solarworld, für dessen Solarmodule sich ein Viertel der Probanden entschieden hat. Die chinesischen Hersteller Yingli (18 Prozent) und Suntech (3 Prozent) wurden weniger bevorzugt.
Vertrauen ist wichtig
Michael Ziegler, Autor der Studie: "Auch Marken im Bereich der Photovoltaik können - sollen sogar - mit Emotionen aufgeladen werden.“ Vertrauen sei wichtig. Und das ist bei asiatischen Herstellern meist weniger vorhanden: Bei Yingli war das Misstrauen mit 33 Prozent sogar größer als das Vertrauen (28 Prozent).
Die bekannteste Solarmarke Deutschlands punktet vor allem im Geschäft mit Privatkunden beziehungsweise kleineren Dachanlagen. Bei Großprojekten hat das Argument der günstigeren Preise jedoch längst die Türen für Trina, Yingli und Co geöffnet.

Rebound möglich
Solarworld hatte jüngst eine neue Finanzierung angekündigt. Damit wurde der seit Monaten andauernde Kursverfall zumindest vorläufig gestoppt. Hohes Handelsvolumen und charrtechnische Lebenszeichen in Form großer weißer Candlestick-Kerzen machen eine kurzfristige Erholung wieder etwas wahrscheinlicher. Zunächst muss jedoch der Kampf um die orang eingezeichnete 38-Tage-Linie gewonnen werden. Auf lange Sicht sollte das Papier aufgrund der weiterhin vorhandenen Branchen-Überkapazitäten jedoch – trotz der starken Marke – vorerst gemieden werden.
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