Steffen Eidam
Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS blickt optimistisch nach vorn. Der geplatzte Rüstungsdeal schafft Platz für neue Projekte. EADS baut jetzt kräftig um.
Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS blickt optimistisch nach vorn. Der geplatzte Rüstungsdeal schafft Platz für neue Projekte. EADS baut jetzt kräftig um.
Neue Aufgaben
Gegenüber der Tageszeitung Die Welt sagte EADS-Finanzchef Peter Ring: "Wenn die Weltwirtschaft so wächst, wie das derzeit die Volkswirte vorhersagen, dann können wir 2012 einen großen Schritt nach vorne machen." Neben der anhaltend guten Entwicklung bei Airbus solle auch das Segment Eurocopter wachsen. Bei der Rüstungstochter Cassidian zeichnet sich derzeit zumindest ein stabiler Gewinn ab, während auch die Raumfahrttochter Astrium kontinuierlich den Gewinn ausbauen dürfte.
Mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr sagte Ring: "Wir werden die Ziele mindestens erreichen. " EADS hatte ein Umsatzplus von vier Prozent prognostiziert und ein EBIT vor Einmaleffekten gegenüber über dem Vorjahr von 1,45 Milliarden Euro. Für 2012 peilt der Konzern vor allem höhere Renditen an. Zudem hält EADS vor dem Hintergrund eines üppigen Barmittelbestands von 11,4 Milliarden Euro auf Zukäufe Ausschau. Im Fokus steht dabei vor allem das Services-Geschäft.
Neuausrichtung bei Rüstung
Nach dem geplatzten milliardenschweren Rüstungsdeal, den sich der Konkurrent Dassault von der indischen Regierung geschnappt hat, soll der Umbau der Sparte forciert werden. „Der Indien-Deal hätte zwar kurzfristig viel Geld gebracht, aber am Ende den Druck für den überfälligen Strukturwandel gemindert", erklärte ein Insider. Milliardenprojekte wie der Transporter A400-M birgen aufgrund ihrer langen Vorlaufzeit und der politischen Brisanz oft erhebliche Risiken für das Unternehmen. In Zukunft soll das Wachstum mit Produkten außerhalb des Waffengeschäfts generiert werden. Mit Überwachungssysteme für Ländergrenzen oder Systeme zur Datensicherheit können viele Risiken ausgeblendet werden.
Gute Aussichten
Mit dem Sprung über das alte Hoch bei 25 Euro hat die EADS-Aktie ein neues charttechnisches Kaufsignal generiert. Auch aus fundamentaler Sicht läuft es nicht zuletzt aufgrund der prall gefüllten Auftragspipeline gut bei EADS. Trotz der jüngsten Kursrallye hat das Papier vor allem mittel- bis langfristig noch Luft nach oben. Ziel bleibt das Allzeithoch bei rund 35 Euro.