EADS-Aktie: Anleger gehen an Bord
Die EADS-Tochter Airbus will in den nächsten 20 Jahren tausende neue Flugzeuge verkaufen. Doch beim A380 dürfte es wegen der Haarrisse in den Tragflächen zu Lieferungsverzögerung kommen. Anleger sollten sich nicht verunsichern lassen und einsteigen.
Airbus rechnet allein für den deutschen Luftfahrtmarkt mit einem Bedarf von 1.020 Neuflugzeugen in den kommenden 20 Jahren. Deutsche Fluggesellschaften würden mehr Flugzeuge als die Airlines aus jedem anderen europäischen Land benötigen. "Weltweit wird Deutschland zu den fünf wichtigsten Abnehmerländern gehören", sagte Airbus-Manager Chris Emerson am Dienstag zum Auftakt der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin. Für ganz Europa werde der Bedarf bei 5.840 Fracht- und Passagier-Jets liegen.
Hamburg hat sich verbessert
Airbus-Chef Fabrice Brégier kündigte zum 1. Januar eine Neustrukturierung der Werke an den europäischen Standorten an. "Airbus ist zu groß, zu schwerfällig geworden", sagte der seit dem 1. Juni an der Airbus-Spitze stehende Franzose. Durch schlankeres Management sollen schnellere Entscheidungen getroffen werden als bisher. Das betrifft auch das Hamburger Werk, in dem demnächst die ersten Exemplare des neuen Bestsellers A320neo entstehen werden. "Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert", erklärte Brégier.
Produktion läuft auf Hochtouren
Die Fertigung bei Airbus laufe auf Hochtouren, die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Eine weitere Aufstockung der Produktion bei Airbus auf mehr als 42 Maschinen pro Monat sieht Brégier vorerst aber nicht. Nach seinen Angaben sind die Probleme der feinen Haarrisse in den Tragflächen beim Flaggschiff A380 überwunden. Unter Berufung auf die Berechnungen der Muttergesellschaft EADS bezifferte er die Schadenskosten mit rund 300 Millionen Euro. Von dem doppelstöckigen Mega-Flieger will Airbus pro Jahr 30 Maschinen absetzen. "Diese Anzahl brauchen wir, um die Produktion aufrecht zu erhalten", sagte der Airbus-Chef. Für dieses Jahr sei das Ziel aber nur schwer erreichbar. Bislang fliegen 82 Maschinen des Typs A380 - bestellt wurden insgesamt bisher 257 Exemplare des weltgrößten Passagierjets.

Die Zukunft ist gesichert
Airbus rechnet damit, dass sich die Größe der weltweiten Flugzeugflotte binnen 20 Jahren verdoppeln wird. Bis zum Jahr 2031 werde die Zahl der Passagierflugzeuge voraussichtlich von derzeit rund 15.500 auf 32.550 ansteigen. Für Airbus scheint somit langfristiges Wachstum gesichert. Die Aktie hat mittelfristig Luft bis 35 Euro. Langfristig dürfte es noch viel weiter nach Oben gehen.
Mit Material von dpa-AFX
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