Dominik Schertel
Die Aktie des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS wird wie der Gesamtmarkt mit roten Vorzeichen aus der Woche gehen. Nach Ansicht von Händlern ist eine Abstufung seitens der Experten von Nomura der Grund für die Abschläge bei dem MDAX-Konzern.
Das Analysehaus Nomura hat die EADS-Aktie am Freitag unter die Lupe genommen. Analyst David Payne hat den MDAX-Wert in einer Sektorstudie von "Buy" auf "Neutral" abgestuft, das Kursziel jedoch auf 20,00 Euro belassen. Die Erholung der kommerziellen Luftfahrt gewinne an Dynamik, allerdings rät er von einem Einstieg bei EADS ab, da sich das Chance-/Risikoverhältnis verschlechtert habe. Etwas anders sieht das der Commerzbank-Analyst Frank Skodzik. Nach einem Medienbericht über geplante Einsparungen im britischen Verteidigungshaushalt hat der Experte die EADS-Aktie auf "Add" mit einem Kursziel von 19,00 Euro belassen. Wie erwartet wolle die britische Regierung auch beim EADS-Produkt Eurofighter sparen, allerdings könnten Bestellungen nicht einfach storniert werden, da sonst hohe Strafen fällig würden, erklärte Skodzik. Eine Möglichkeit sei daher der Terminverkauf der Kampflugzeuge an andere Nationen, so der Experte weiter.
Boeing vs. Airbus
Die beiden Konkurrenten ringen derzeit um einen Großauftrag der thailändischen Fluglinie Thai-Airways. Dabei gehe es um die Bestellung von bis zu 30 Maschinen, sagte ein Vertreter der thailändischen Fluglinie am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Airbus habe seine A350 ins Rennen geschickt, Boeing den 787 Dreamliner. Im Unternehmensumfeld wird spekuliert, dass Thai-Airways plane, insgesamt neun Milliarden Dollar für neue Maschinen zu investieren.
Reihenweise Stützen
Die EADS-Aktie zeigt sich im laufenden Börsenjahr bislang sehr stark. Anfang Mai hat die Aufwärtsbewegung an Dynamik gewonnen und dem MDAX-Wert im August ein neues Mehrjahres-Hoch beschert. Seitdem hat die Bewegung etwas an Schwung verloren. Am Freitag notiert der Titel den zweiten Tag in Folge deutlich im Minus. Der EADS-Aktie ist es nicht gelungen, die 18-Euro-Marke zu verteidigen. Halt könnten nun die 38-Tage-Linie (17,43 Euro), die Aufwärtstrendlinie sowie eine horizontale Unterstützung bieten.

Dabei bleiben
Nach den deutlichen Zuwächsen der EADS-Aktie in den vergangenen Wochen, sollte die derzeitige Schwächephase Anleger nicht verschrecken. Das Papier des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns bleibt langfristig aussichtsreich mit Kursziel 25 Euro.