E.on und RWE vor den Zahlen: Welche Aktie ist besser?
Die beiden größten deutschen Energieversorger E.on und RWE werden Anfang der Woche ihre endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr präsentieren. Die Bilanzen dürften vor allem eins zeigen: Die Zeiten, in denen sich die Geschäfte, der Versorger nahezu parallel entwickelt haben, sind vorbei. Einer von beiden macht einen deutlich besseren Job.
Anfang kommender Woche richten sich die Augen vieler Anleger wieder besonders auf E.on und RWE, denn dann präsentieren beide Unternehmen ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2012. E.on, das bereits vorläufige Zahlen veröffentlicht hat, wird bereits am Montag in die Bücher blicken lassen. RWE zieht einen Tag später nach. Der Vergleich der beiden Bilanzen wird vermutlich eines zeigen: E.on hat seine Hausaufgaben deutlich besser gemacht als RWE.
E.on verdient wieder am Gas
Während E.on den Großteil seiner Gaslieferverträge neu verhandelt hat, wartet man bei RWE darauf noch immer. Dabei hatte die deutsche Nummer 2 sogar exklusive Kooperationsverhandleungen mit Gazprom geführt. Wie wichtig die Gasverträge sind, haben die vorläufigen Zahlen von E.on gezeigt. Die neu ausgehandelten Verträge brachten Eon allein im ersten Halbjahr eine Entlastung von rund einer Milliarde Euro.
Konsequenterer Umbau
Auch den Konzernumbau treibt E.on energischer voran. Konzernchef Johannes Teyssen hat bereits zahlreiche Unternehmensteile verkauft und einen drastischen personellen Sparkurs eingeschlagen. Ingesamt sollen 11.000 von insgesamt 80.000 Stellen gestrichen werden. Sowohl der Konzernumbau als auch die personellen Sparpläne fallen bei RWE deutlich zurückhaltender aus. Der neue Chef will 8.000 von insgesamt 72.000 Stellen abbauen. Weitere 2.400 könnten zwar folgen, aber noch handelt es sich dabei nur um Medienberichte. Auch die Bonität ist bei der Nummer zwei der Branche schlechter als bei E.on. Während Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von RWE zuletzt von A- auf BBB+ abgestuft hat, erhält E.on noch die Note A-/A-2.

Besser und dennoch genauso teuer
DER AKTIONÄR bevorzugt aus dem deutschen Versorger-Sektor weiter E.on. Trotz der besseren fundamentalen Situation des Branchensprimus sind beide Aktien mit einem KGV von 8 bewertet. Auch die Dividendenrendite beträgt bei beiden Konzernen über sechs Prozent. Das Kursziel für E.on lautet weiter 22 Euro. Ein Stopp bei 13,50 Euro sichert ab.
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