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E.on und RWE: Wirbel um Laufzeiten-Studie

Michael Herrmann

Für Aufsehen sorgte heute die Studie zur Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke, die morgen an die Bundesregierung übergeben wird. Im Vorfeld kamen jedoch bereits Details ans Licht und die Verfasser der Studie stehen zudem wegen der Vernetzung mit E.on und RWE in der Kritik.

Der AKTIONÄR hat bereits darauf hingewiesen, dass die Aktien der Energieversorger derzeit unter der großen Verunsicherung bezüglich der Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke leiden. Am morgigen Freitag werden die Konturen des Regierungsbeschlusses bereits deutlicher zu erkennen sein. Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) der Universität Köln wird dann zusammen mit dem Schweizer Prognos-Institut den Abschlussbericht eines Gutachtens vorlegen, das als Grundlage für die Regierungsentscheidung gilt.

Geringerer Ökostromanteil

Erste Details wurden allerdings bereits jetzt bekannt. Die Bundesregierung plant demnach in ihren Modellen für längere Atom-Laufzeiten wohl einen niedrigeren Ökostrom-Anteil ein als bisher bekannt. Das geht aus einem Zwischenbericht der Gutachter für die Energieszenarien vor. Statt mit 38,6 Prozent rechnet die Regierung dem Zwischenbericht zufolge nur noch mit einem Anteil von rund 35 Prozent erneuerbaren Energien. Dies deutet zumindest darauf hin, dass der Anteil durch andere Energieformen, wie zum Beispiel die Atomkraft, höher als bisher geplant sein wird. Atomkraftgegner kritisieren dies auch prompt, während es den Energieversorgern entgegen kommen sollte.

Zweifel an der Unabhängigkeit

Auch darüber hinaus gibt es Kritik an dem Gutachten. Denn nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung erhält das renommierte EWI aus Köln finanzielle Unterstützung von E.on und RWE. Auf fünf Jahre verteilt sollen etwa vier Millionen Euro an das Institut fließen. Darüber hinaus sitzen führende Mitarbeiter beider Konzerne im Vorstand des Vereins zur Förderung des EWI. Sowohl E.on als auch RWE betreiben Atomkraftwerke und sind dementsprechend daran interessiert, die Kosten einer Laufzeitverlängerung für die Betreiber gering zu halten. Das Institut selbst verweist zwar auf seine satzungsgemäße Unabhängigkeit, doch die relativ enge Vernetzung mit den beiden großen deutschen Energiekonzernen nährt natürlich die Zweifel an der Objektivität des Gutachtens.

Die Spannung steigt

DER AKTIONÄR hatte zuletzt schon Zweifel daran geäußert, dass die Energieversorger durch die Neuregelung der Laufzeiten für Atomkraftwerke finanziell schwer leiden müssen. Angesichts der heutigen Meldungen scheinen diese Zweifel berechtigt gewesen zu sein. Auf die Ergebnisse des Gutachtens darf man jedenfalls gespannt sein. Ob E.on und RWE darin tatsächlich ihre Interessen einbringen konnten wird morgen zu sehen sein. Den Aktien der Unternehmen würde dies sicherlich gut tun.

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