Die Aktien der Energieversorger E.on und RWE stehen heute ganz besonders im Blickpunkt. Die Frage der Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke scheint endlich geklärt. Sowohl die Laufzeitverlängerung als auch die Brennelementesteuer sollen kommen.
Wie DER AKTIONÄR bereits mehrfach berichtete, stehen die Aktien von E.on und RWE seit Wochen vor allem unter dem Einfluss der Verhandlungen um die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke. Die lange Zeit der Verunsicherung ist nun aber vorbei, denn die Spitzen von Union und FDP haben sich am Wochenende endlich auf ein gemeinsames Konzept geeinigt.
Verlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre
Nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Laufzeit der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre verlängert werden. Jüngere Kraftwerke ab dem Baujahr 1980 sollen dabei sogar 14 Jahre länger laufen als bisher geplant, ältere Meiler dagegen nur acht Jahre. Auch die umstrittene Brennelementesteuer wird kommen. Sie soll allerdings nur auf sechs Jahre befristet erhoben werden. Die einzige offene Frage ist damit wohl nur noch, ob die Laufzeitverlängerung auch vom Bundesrat, in dem die schwarz-gelbe Koalition derzeit keine Mehrheit hat, genehmigt werden muss.
Aktien weiter im Aufwind
Branchenkenner erwarten durch die in der Koalition vereinbarte Verlängerung der Laufzeiten um durchschnittlich zwölf Jahre und die Befristung der Brennelementesteuer auf lediglich sechs Jahre einen positiven Effekt für die beiden Versorger-Aktien. Da der Ausstieg aus der Atomenergie auch ohne Zustimmung des Bundesrats durchgesetzt wurde, ist es zudem wahrscheinlich, dass die Bundesregierung auch für den Ausstieg vom Ausstieg eine gesetzeskonforme Lösung finden wird. Auch DER AKTIONÄR erwartet daher eine positive Reaktion der Aktien von E.on und RWE. Beide DAX-Konzerne sollten sich somit weiter von ihren Tiefstständen lösen können.
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