E.on-Aktie: Neue Details zur zukünftigen Entwicklung
Heute Mittag hatte E.on bereits Eckdaten für 2012 und eine grobe Prognose für 2013 geliefert. Am Nachmittag hat sich Konzernchef Johannes Teyssen auch zur zukünftigen Strategie sowie zur aktuellen Energiepolitik der Bundesregierung geäußert.
Johannes Teyssen hat Klartext gesprochen. Der E.on Chef kritisierte in der heutigen Telefonkonferenz unter anderem den "ungesteuerten Zuwachs erneuerbarer Energien" auf den Markt durch die deutsche Energiewende bei gleichzeitigem europaweitem Rückgang der Gas- und Stromnachfrage. Durch den niedrigen Strompreis seien auch moderne Gaskraftwerke wie Irsching 5 - ein gerade 2010 an Netz gegangenen 850-Megawatt-Block - derzeit nicht rentabel.
Abschaltung möglich
E.on werde das Kraftwerk daher vom Netz nehmen, wenn die Politik nicht bald reagiere. Dies forderten auch die kommunalen Miteigentümer, die Stadtwerke von Nürnberg, Frankfurt und Darmstadt. Europaweit würden konventionelle Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von elf Gigawatt auf ihre Rentabilität untersucht.
Investitionen sinken
Wegen der schwierigen Lage der europäischen Strommärkte will Teyssen zudem die Investitionen von derzeit rund sechs Milliarden Euro bis 2015 auf vier Milliarden Euro herunterfahren. Schwerpunkte sollen künftig wie bereits bekannt in der Türkei und in Brasilien sowie bei On- und Offshore-Windparks in den USA, der Nord- und Ostsee liegen.
Dezentrale Kraftwerke
Außerdem investiere E.on in kleine dezentrale Kraftwerke mit kommunalen und lokalen Partnern. "1000 kleine Anlagen mit einem Megawatt sind für uns mindestens so wertvoll wie ein großes Kraftwerk." Neubaupläne für konventionelle Kraftwerke in Deutschland, Belgien und Frankreich habe E.on angesichts der Marktlage aufgegeben.
Abbauprogramm vor Ausweitung
Auch zur Restrukturierung äußerte sich Teyssen. Der geplante Verkauf von Beteiligungen und Randaktivitäten habe die ursprünglich geplanten 15 Milliarden Euro längst überschritten. Aktuell habe E.on seit Beginn des Programms Unternehmensanteile für 17 Milliarden Euro verkauft. Die Zahl könnte sich sogar noch weiter auf bis zu 20 Milliarden Euro steigern. Die Jahrespressekonferenz mit dem kompletten Zahlenwerk findet am 13. März statt.

Kaum Reaktionen
An den Märkten lösten sowohl die bereits heute Mittag präsentierten Rahmendaten als auch die nachmittägliche Investorenkonferenz keine größeren Reaktionen aus. Ingesamt zeichnete der Düsseldorfer Energieriese ein recht negatives Bild. Positive Überraschungen sind ausgeblieben. Anleger sollten daher eine Bodenbildung abwarten.
Mit Material von dpa-AFX
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