E.on-Aktie: Im Kreuzfeuer der Analysten
Die Aktie des Energieversorgers E.on zieht auch heute wieder großes Interesse auf sich. Gleich reihenweise hagelt es Neueinschätzungen der Analysten. Dabei gab es gleich reihenweise Kurszielsenkungen, teilweise sogar drastisch.
Die Deutsche Bank hat die Aktien von E.on nach den gestern präsentierten Zahlen und Aussagen auf einer Investorenkonferenz auf "Sell" mit einem Kursziel von 13 Euro belassen. Die neue Prognose des Versorgers habe insgesamt im Rahmen der Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Alexander Karnick in einer am Donnerstag vorgelegten Studie. Auf dem Strommarkt habe sich die Lage weiterhin nicht gebessert. Die Aktie sei daher immer noch zu teuer bewertet.
NordLB senkt Kursziel
Die NordLB hat das Kursziel für E.on von 15 auf 13 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Halten" belassen. Die vorläufige Quartalsbilanz des Versorgers hätte weitgehend im Rahmen der Markterwartungen gelegen, der Ausblick sei aber noch getrübt, schrieb Analyst Heino Hammann in einer Studie vom Donnerstag. Die Energiewende habe die Anzahl der Baustellen bekanntermaßen vervielfacht. Zumindest habe der Vorstand nun aber die richtigen Weichen gestellt.
11 statt 15 Euro
Independent Research hat die E.on-Aktie nach Zahlen von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 15 auf 11 Euro gesenkt. Der Versorger habe im Geschäftsjahr 2012 beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie beim bereinigten Nettoergebnis die eigenen Ziele zwar erreicht, seine Erwartungen jedoch verfehlt, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Donnerstag. Auch die neuen Ziele für 2013 blieben hinter seinen Erwartungen zurück.
Erwartungen verfehlt
Die US-Bank Citigroup hat das Kursziel von 12,00 auf 11,50 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Sell" belassen. Die mittelfristigen Gewinnschätzungen des Marktes dürften rasch sinken, schrieb Analystin Sofia Savvantidou. Allerdings sollte der Fokus sich nun verstärkt auf die Bilanzkennziffern des Versorgers sowie die Konzernstrategie richten. Hier habe E.on ihre Erwartungen in puncto Investitionskürzungen verfehlt, da das Management offenbar nach wir vor attraktive Gelegenheiten sehe - und das trotz eines negativen Cashflows, einer niedrigeren Dividende und nicht immer perfekt verlaufener Akquisitionen in der Vergangenheit.
Nicht wettbewerbsfähig
Die britische Investmentbank HSBC hat das Kursziel für E.on von 12 auf 11 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. HSBC-Analyst Adam Dickens habe nach dem Strategieausblick des Energiekonzerns und angesichts der schwachen Energiepreise seine Schätzungen gesenkt. Zudem gebe es mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst politische Risiken, und die Energiekosten in der Eurozone seien im Vergleich zu den USA nicht wettbewerbsfähig.

Belastende Stimmung
DER AKTIONÄR hat sich bereits heute Morgen zu den neuen Zahlen und Aussagen des Energieversorgers geäußert. Diese Einschätzung wird durch die noch skeptischere Stimmung der Analysten bestätigt. Auch wenn die langfristigen Perspektiven stimmen und die Bewertung attraktiv ist, sollten Anleger die weitere Entwicklung vorerst von der Seitenlinie aus beobachten.
Mit Material von dpa-AFX
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Der gestrige Tag wurde von Anlegern des Energieriesen E.on mit Spannung erwartet. Die neuen Eckdaten und Aussagen zur Zukunft des Konzerns wurden mit Argusaugen beobachtet. DER AKTIONÄR hat die Zahlen und Aussagen der Managements ebenfalls aufmerksam verfolgt und zeigt, was davon zu halten ist....mehr |
Heute Mittag hatte E.on bereits Eckdaten für 2012 und eine grobe Prognose für 2013 geliefert. Am Nachmittag hat sich Konzernchef Johannes Teyssen auch zur zukünftigen Strategie sowie zur aktuellen Energiepolitik der Bundesregierung geäußert....mehr |
Schnell, kompakt, konkret. Aktien-Experte Alfred Maydorn analysiert die wichtigsten und interessantesten Aktien der Woche. In dieser Ausgabe: Commerzbank, E.on, Tesla, Daimler, Nokia und Blackberry....mehr |
Die Aktie des Energieriesen E.on befindet sich seit Monaten im Sturzflug. Die Experten der Investmentbank Goldman Sachs würden den DAX-Wert dennoch kaufen. Was sind die Gründe?...mehr |
Der Energiekonzern RWE hat am Mittwoch die Zahlen für das erste Quartal präsentiert. Insgesamt lag das Ergebnis leicht über den Prognosen. Die Aktie honoriert dies mit einem Zuwachs von rund 0,4 Prozent. ...mehr |























