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E.on: Uneinigkeit der Analysten

Michael Herrmann

Es ist soweit: Das Gutachten zur energiepolitischen Zukunft Deutschland wird heute der Bundesregierung übergeben. Die Energieversorger stehen daher besonders im Blickpunkt der Anleger. Doch bereits vor der Übergabe haben die Deutsche Bank und Kepler Equities die Aktie noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Ihre Empfehlungen könnten unterschiedlicher kaum sein.

Vor der heutigen Übergabe des Gutachtens zur energiepolitischen Zukunft Deutschlands, das als Faktenbasis für das energiepolitische Gesamtkonzept der Bundesregierung dienen soll, haben die Analysten der Deutschen Bank und des Analysehauses Kepler Equities ihre Einschätzungen zur Aktie des Energieversorgers E.on aktualisiert.

Deutsche Bank optimistisch

Vor dem Hintergrund der drohenden Brennelementesteuer belässt die Deutsche Bank die Einstufung für E.on auf "Buy" und das Kursziel auf 28 Euro. Ihr Analyst Alexander Karnick verweist darauf, dass sich Investoren zwar des Risikos einer möglicherweise folgenden Dividendenkürzung bewusst seien, aber auch die Chancen erkennen würden, die der aktuell niedrige Kurs biete. Mittlerweile sei laut Karnick das schlimmstmögliche Ergebnis bereits eingepreist: die Einführung der Brennelementesteuer in Verbindung mit dem Verzicht auf eine Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke. Sollten sich die Versorger E.on und RWE mit der Bundesregierung dagegen auf einen Kompromiss einigen, könnten die Kurse beider Aktien seiner Ansicht nach stark anziehen.

Kepler bleibt skeptisch

Die Analysten von Kepler Equities bleiben dagegen skeptisch. Ingo Becker hat die Einstufung für E.on auf "Reduce" und das Kursziel bei 19 Euro belassen. Belastungsfaktor für die Aktie sei weiterhin unter anderem die geplante Einführung einer Brennelementesteuer in Deutschland. Der Experte erwartet die Aktie daher zum Jahresende unter 20 Euro.

Ingo Becker hat sich heute auch in einem Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen zur Aktie von E.on geäußert. Das Video steht hier für Sie zum Abruf bereit.

Historisch günstig bewertet

Im Gegensatz zu Kepler Euqities bleibt DER AKTIONÄR bei seiner positiven Einschätzung der E.on-Aktie und schließt sich der Meinung der Deutschen Bank an. Die schlimmstmöglichen Ergebnisse der Verhandlungen um die Laufzeitverlängerung sollten im aktuellen Kurs bereits eingepreist sein. Charttechnisch wurde der kurzfristige Abwärtstrend zuletzt gestoppt. Weiteres Ungemach droht erst beim Bruch der Unterstützungslinie bei 21,60 Euro. Angesichts der immer noch historisch niedrigen Bewertung bietet sich daher eine günstige Einstiegschance beim solide geführten Energieriesen. Das Kursziel beträgt weiterhin 30 Euro. Den Stoppkurs sollte bei 19,50 Euro platziert werden.

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