Michael Herrmann
Der Energieversorger E.on führt seinen Konzentrationskurs fort. Neben dem Verkauf einer Konzernbeteiligung verkündet das Unternehmen aber auch ein milliardenschweres Windkraftprojekt in der Nordsee. Die Aktie reagiert (noch) nicht.
Ging es in den vergangenen Tagen um die deutschen Energieversorger, wurde fast ausschließlich über die anstehende Neuregelung der Atomkraftwerkslaufzeiten diskutiert und spekuliert. Aktuell macht Branchenprimus E.on aber mit zwei anderen Nachrichten auf sich aufmerksam.
Milliardenprojekt in Planung
Der größte deutsche Energieversorger gab bekannt, dass er die Errichtung eines großen Windparks in der deutschen Nordsee plant. Das Projekt mit dem Titel "Amrumbank West" sei laut Sven Utermöhlen, Verantwortlicher bei E.on für erneuerbare Energien in Mitteleuropa, als nächstes in Planung. Bereits im kommenden Jahr solle über die Investition mit einem Umfang von über ein Milliarden Euro endgültig entschieden werden, damit der Windpark bis spätestens 2014 in Betrieb gehen kann.
HSE-Beteiligung wird verkauft
Darüber hinaus vermeldete E.on bereits am Vortag, dass der Konzern seine 40-Pozent-Beteiligung am Energiedienstleister HEAG Südhessische Energie (HSE) verkaufen will, um sich besser auf die Kernbereiche konzentrieren zu können und den Schuldenberg des Konzerns abzubauen. Ein Käufer scheint bereits gefunden zu sein, denn mit der HEAG Holding, die bereits die Mehrheitseignerin bei HSE ist, erzielte der Energieversorger bereits eine Grundsatzeinigung. Der Kaufpreis für den E.on-Anteil soll 305 Millionen Euro betragen und der Verkauf noch bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Der Verkauf passt in die bisherige Strategie des seit Mai amtierenden Konzernchefs Johannes Teyssen.

Auf dem richtigen Weg
Grundsätzlich passt der Verkauf zur Konzernstrategie. Die Aktie von E.on konnte von den Nachrichten bisher nicht profitieren. Das Volumen des HSE-Verkaufs scheint dafür wohl zu gering zu sein. Inwieweit sich das milliardenschwere Windkraftprojekt auszahlen wird, ist zudem zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer vorhersehbar. Hinzu kommt weiterhin die Unsicherheit aufgrund der Atomdebatte. Langfristig orientierte Anleger sollten aber weiterhin berücksichtigen, dass die Papiere derzeit historisch niedrig bewertet sind. Der aktuelle Kurs bietet somit eine sehr gute Einstiegschance. Das Kursziel des AKTIONÄRs beträgt weiterhin 30 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 19,50 Euro platziert werden.