Andreas Deutsch
Wer auf den deutschen Aktienmarkt setzen möchte, sollte sich den DWS Deutschland ins Depot legen. Der Fonds eignet sich bestens als Basisinvestment für jeden Anlegertyp.
Deutschland-Fonds gibt es einige, aber mit dem DWS Deutschland kann es kaum einer aufnehmen. Und das schon seit Jahren. Tim Albrecht, der für das Portfolio verantwortlich zeichnet, hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 29 Prozent erzielt. Seit 2005 kommt der DWS Deutschland auf plus 66 Prozent. Währendessen hat der Vergleichsindex, der CDAX, nur um 40 Prozent zugelegt.
Breites Spektrum
Albrecht ist ein klassischer Stock-Picker. Er kann aus 700 Aktien wählen. Der Stratege legt den Schwerpunkt auf Blue Chips und steuert die Beimischung von Nebenwerten flexibel entsprechend der Markterwartung beziehungsweise -entwicklung. Infrage kommen für Albrecht sowohl Substanz- als auch Wachstumswerte. "Entscheidend ist in jedem Fall die fundamentale Qualität eines Unternehmens", sagt er. "Das Geschäftsmodell und wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen müssen stimmen." So legt Albrecht zum Beispiel Wert auf geringe Schulden und eine gute Eigenkapitalausstattung.
Auffallend gut ist Albrecht in Sachen Timing. Zu den Tiefständen im März investierte der Stratege wieder in Finanzwerte. Die Branche zählte schließlich zu den Top-Performern 2009. Bei Volkswagen hat er rechtzeitig von den Stämmen in die Vorzüge umgeschichtet. Seit Kauf liegt die VW-Vorzugsaktie, die die Stammaktie im DAX ersetzt hat, mit 80 Prozent im Plus.

Moderat optimistisch
Obwohl der DAX mittlerweile über 6.000 Punkten notiert, hält Albrecht Euphorie für fehl am Platz. "Nennen Sie mich moderat optimistisch", sagt er. "In manchen Aktienkursen sind schon einige Vorschusslorbeeren enthalten. Jetzt brauchen wir in der Realwirtschaft Zeichen für eine Erholung. Wenn diese kommen, dann sollte es auch an der Börse weiter aufwärts gehen. 6.500 Punkte im DAX in diesem Jahr sind durchaus möglich."
Derzeit hat Albrecht den DWS Deutschland etwas defensiver aufgestellt. "Ich habe zum Beispiel einige Werte mit einer hohen Dividendenrendite im Depot, zum Beispiel Bayer oder E.on." Darüber hinaus hat der Stratege aktuell unter anderem Siemens, SAP und den Pumpenhersteller KSB hoch gewichtet.
Richtiger Profi
Albrecht managt den DWS Deutschland bereits seit 2002. Er kennt den hiesigen Markt aus dem Effeff. Das Kursziel des AKTIONÄRs lautet 115 Euro, der Stoppkurs sollte bei 73 Euro gesetzt werden.