Dürr-Aktie: Plus nach starken Zahlen
Die Dürr-Aktie steht am Morgen an der Spitze der MDAX-Gewinner, nachdem der Konzern im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen hat. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht gravierend verschlechtern, wird das Unternehmen seine Jahresprognose erreichen.
Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr hat seinen guten Lauf trotz der Schuldenkrise auch im vergangenen Quartal fortgesetzt. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn verbesserte sich wegen der anhaltend regen Nachfrage der Autoindustrie teils überraschend und deutlicher als Experten prognostiziert hatten.
Alle Erwartungen getoppt
"Das erste Halbjahr - und hier speziell das zweite Quartal - verlief stärker als erwartet", sagte Vorstandschef Ralf Dieter am Mittwoch. Entgegen dem allgemeinen Trend legte Dürr nicht nur im Anlagenbaugeschäft, sondern auch in den Maschinenbaubereichen weiter zu.
Der für Maschinenbauer wichtige Auftragseingang stieg zwischen April und Juni um 13 Prozent auf 725,2 Millionen Euro. Überraschenderweise legte der Bestelleingang auch noch im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent zu. Das erneute Plus bei den Bestellungen ließ das Auftragsbuch von Dürr weiter anschwellen: Mit 2,39 Milliarden Euro ist es so dick wie nie und übertrifft den Umsatz von 2011 in Höhe von 1,9 Milliarden Euro deutlich. Das sichere die Auslastung von Dürr bis weit in das Jahr 2013 hinein, hieß es im Quartalsbericht.
Der Umsatz schnellte im zweiten Quartal ebenfalls unerwartet stark nach oben und erreichte 600,9 Millionen Euro nach 424,9 Millionen Euro vor einem Jahr. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auch unerwartet stark von 24,1 Millionen auf 42,7 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 26,8 Millionen nach 14,2 Millionen Euro vor einem Jahr. Die Analysten hatten mit einem Umsatz von rund 562 Millionen Euro und einem EBIT von 36,7 Millionen Euro gerechnet.
Ausblick bekräftigt
Den erst im Juni angehobenen Ausblick bekräftigte Vorstand Dieter. Dürr sei zuversichtlich, die Ziele zu erreichen, "sofern sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gravierend verschlechtern". Demnach soll der Umsatz nach dem Rekordwert aus dem vergangenen Jahr weiter steigen. Ein Umsatzplus um ein Fünftel auf etwa 2,3 Milliarden Euro hat sich das Unternehmen vorgenommen. Bei den Aufträgen geht Dürr von 2,5 Milliarden Euro aus. Die EBIT-Marge soll 6,5 bis 7,0 Prozent erreichen.
Der Konzern rechnet sich auch mittel- bis langfristig gute Wachstumschancen in der Automobilindustrie aus. Bis 2017 erwarteten Experten ein Produktionsplus von 30 Millionen Wagen weltweit, hieß es im Quartalsbericht. Mit 22 Millionen Autos werde der Großteil davon auf die Schwellenländer entfallen, wo sich Dürr gut aufgestellt sieht.
Commerzbank sagt "Kaufen"
Die Commerzbank empfiehlt den MDAX-Titel nach den Zahlen weiterhin zum Kauf mit einem Kursziel von 67 Euro. Trotz hoher Erwartungen habe der Anlagenbauer für die Automobilindustrie positiv überrascht, schrieb Analyst Ingo-Martin Schachel in einer Studie vom Mittwoch. Das Unternehmen könnte eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von fast sieben Prozent erreichen. Zudem erscheine seine Auftragseingangsprognose für 2012 mittlerweile eher konservativ.

Investiert bleiben
Dürr ist eine der beeindruckendsten Storys am deutschen Aktienmarkt. Trotz der inzwischen drei Jahre andauernden Rallye hat die Aktie dank der guten Geschäftsentwicklung immer noch Potenzial. Wer investiert ist, bleibt am Ball. Neueinsteiger sollten auf einzelne schwache Tage hoffen.
Mit Material von dpa-AFX
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