Manuel Koch
Die Wall Street zeigte sich am Dienstag unbeeindruckt von den vielen schlechten Nachrichten aus Europa. Weder die Herabstufung von Italien durch die Ratingagentur Standard & Poor´s um eine Note, noch die pessimistische Einschätzung der Weltwirtschaft durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) dämpfte die Stimmung an der NYSE.
Die Börse ist noch richtungslos. Die Händler warten fast schon sehnsüchtig auf Nachrichten von der Federal Reserve Bank. Die Notenbank ist für zwei Tage in Washington zusammen gekommen. Die Experten stellen sich die Frage, ob Notenbankchef Ben Bernanke ein neues Programm aus dem Hut zaubern wird. Von einer möglichen Neusortierung der Wertpapiere ist die Rede. Anleihen könnten länger laufen und gleichzeitig die Zinsen drücken.
Eine Meldung sorgte für etwas Erstaunen: Die US-Börsenaufsicht SEC vermutet Insiderhandel bei der Herabstufung der Bonität der USA im August. Als die USA ihre Spitzennote verloren hatten, rauschten die Märkte nach unten. Die SEC hat den Verdacht, dass das schon vor der offiziellen Bekanntgabe durchgesickert war. Wer gleichzeitig auf fallende Kurse gesetzt hatte, konnte große Gewinne einstreichen.
Der Dow Jones bei ging mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent und 11.409 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite verlor mehr. Am Ende lag bei er Minus 0,9 Prozent und 2.590 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent bei 1.202 Punkten.
Die Aktie von Apple erzielte zeitweise einen neuen Höchstwert von über 420 Dollar. Damit ist der Apfel-Konzern das wertvollste an der Börse notierte Unternehmen der Welt. In den vergangenen zwölf Monaten gewann die Aktie 45 Prozent an Wert.
Zulegen konnte auch die Autoteile-Kette AutoZone. Im vergangenen Quartal stieg der Gewinn um zwölf Prozent. Das liegt vor allem an deutlich verbesserten Margen. Die Aktie trotzdem bei 1,3 Prozent im Minus.
Schlechter lief es für den Lebensmittelhersteller ConGra Foods. Im abgelaufenen Geschäftsquartal schrumpfte der Nettogewinn um 41 Prozent. Als Grund nannte das Unternehmen gestiegene Kosten.
Gestartet wurde der neue mobile Bezahldienst von Google. Er heißt Google Wallet und ist bisher zu für wenige Nutzer zugänglich. Zur Freischaltung braucht man ein Google-Smartphone, einen bestimmten amerikanischen Mobilfunkanbieter und eine MasterCard-Kreditkarte. Das Unternehmen sieht sich in der Entwicklung noch am Anfang.
Am Mittwoch schauen wir auf die Verkäufe bestehender Häuser und die Öllagerbestände.