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Dieter Manz: Bereit für die nächste Welle

Florian Söllner

Der Maschinenbauer Manz profitiert nicht nur vom Smartphone-Boom. Künftig könnte auch das gerade brach liegende Solargeschäft der Reutlinger wieder an Fahrt gewinnen. Dieter Manz im Interview

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Dieter Manz liebt ruhige Musik und ist ein Vorstand der eher leisen Töne. Er tönt nicht, sondern han­delt. Wie während der Solarkrise 2011, als der Großaktionär antizyklisch Manz-Aktien im Wert von fast zwei Millionen Euro erworben hat. DER AKTIONÄR hatte mit Dieter Manz für die Print-Ausgabe 20/2012 gesprochen. Folgend das komplette Interview.

DER AKTIONÄR: Herr Manz, zunächst zum Problembereich Solar. Wie tief ist die Krise?  

Dieter Manz: Im kristallinen Solarbereich herrscht noch eine Art Schockstarre. Wie erwarten für 2012 nur eine langsame Erholung des Fotovoltaik-Marktes. Wir kompensieren dies jedoch gut mit unseren anderen Standbeinen.

Seit Jahren wartet der Markt auf einen Mega-Auftrag für eine Dünnschicht-Fabrik. Hat sich das Thema mit der Krise erledigt?  

Nein. Wir rechnen uns weiter gute Chancen aus, dass ein sehr großer Auftrag im Dünnschicht-Solarbereich gelingt. Das Kundeninteresse hat hier nicht ab-, sondern noch zugenommen. (siehe auch: Samsung und Co vor Solareinstieg)

Mehr Freude machte zuletzt das Geschäft mit Kunden aus der Elektronikbranche. Die jüngsten Aufträge von Display-Herstellern waren sehr beindruckend...

... und könnten erst der Anfang ge­we­­sen sein. Wir haben hier einen sehr be­deutenden Branchen-Player als Kunde und gehen von weiteren Folgeaufträgen aus.

Was macht Sie so zuversichtlich?  

Der Bedarf an großformatigen LCD-Fernsehern ist nach wie vor sehr hoch, vor allem der Markt in Asien selbst wächst schnell. Eine hohe Nachfrage ist auch bei kleineren Displays für Smartphones, Tablet-Computer oder Navigationsgeräte zu verzeichnen.

Wir profitieren davon. Zumal die Produktionsanlagen unserer Kunden immer effizienter und für immer größere Maße und geringere Durchlaufzeiten ausgelegt werden müssen.

Am 15. Mai eröffneten Sie im chinesischen Suzhou eine 16.000 Quadratmeter große Fabrik, um die Elektronik- und Solarbranche zu beliefern. Wieso gerade jetzt?

Wir fertigen in China bereits heute einen Großteil unserer Anlagen für die Pro­duktion von Flachbildschirmen. Da dieser Markt weiter wachsen wird, benötigen wir mehr Fläche. Zudem wollen wir rechtzeitig die Produktionskapazitäten in China bereit haben, sobald die nächste Investitionswelle im Solarbereich kommt.

Ein noch junger Bereich sind Maschinen für die Herstellung von Auto-Batteriesystemen.  Sehen Sie hier weiteres Potenzial?  

Ja, großes. Sobald die deutschen Autohersteller ihre Fertigung von Elektroautos hochfahren - und das ist nur eine Frage der Zeit - wird dieses Geschäft sehr bedeutend für uns werden.

War der Auftragseingang im ersten Quartal ein Strohfeuer oder geht die positive Entwicklung weiter.   

Im zweiten Quartal verzeichnen wir einen anhaltend guten Auftragseingang, vor allem aus den Segmenten FPD und Li-Ionen Batterien. Der positive Trend setzt sich nach unserer Erwartung fort.

Vielen Dank für das Gespräch

Der Top-Tipp Spekulativ aus der AKTIONÄR-Ausgabe 20/2012 bleibt ein attraktives Investment. Auch charttechnisch wurde Dank des jüngsten Rebounds die 38-Tage-Linie zurückerobert und ein Kaufsignal generiert. Es bietet sich an, jede Kursschwäche zum Aufbau einer Position zu nutzen.

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