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Dieter Manz: "Die Chinesen werden kommen"

Florian Söllner

Gleich zwei Entwicklungen bringen der Manz AG viel Rückenwind: Die Einführung von Windows 8 und neuen Touchscreen-Geräten sowie ein hoffnungsvoller Solar-Weltrekord.

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Der Tablet-Boom dürfte sich dank des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 noch beschleunigen. Zudem gelang im schwierigen Solarbereich ein Achtungserfolg. Die Chancen stehen daher gut, dass die technologisch exzellent aufgestellte Manz AG vor einer Phase mit starkem Wachstum steht. DER AKTIONÄR hat Firmengründer Dieter Manz gesprochen.

Herr Manz, Sie haben im Mai zwei Stunden von Schanghai entfernt eine Fertigung von Maschinen für die Display- und Solarindustrie eröffnet. Wieso gerade jetzt?

Dieter Manz: Die Vorstellung immer neuer Smartphone- und Tablet-Computer treibt das Geschäft an, besonders für Touchpanels. Und Microsoft wird mit dem Betriebssystem Windows 8 weitere hohe Investitionen in Fabriken mit Touchsensoren auslösen.

Dennoch spürt auch Manz das Auf- und Ab der Konjunktur...

Ja. Einige große Aufträge wurden verschoben, da viele asiatische Firmen derzeit aus Angst vor der Eurokrise vorsichtig sind. Doch wir denken, dass sich das Bild im dritten und vierten Quartal wieder aufhellt. Wir haben einige sehr, sehr große Aufträge in der Pipeline.

Mitten in der Solarkrise investieren Sie antizyklisch in die Dünnschicht-Technik CIGS. Wieso?

Es kommen noch viele Investitionswellen in der Solarbranche auf uns zu. Die Industrie löst sich aus der stark geförderten europäischen Industrie. Das ist schmerzhaft, aber es gelingt. Die Solarindustrie wird in den nächsten Jahren in Indien, in China oder den USA deutlich wachsen. Die Überkapazitäten werden sich daher auflösen.

Wieso sollte sich gerade Ihre CIGS-Technologie durchsetzen?

Wir glauben, dass die kristalline Technologie nicht mehr die der Zukunft ist. Deren Kosten- und Wirkungsgradpotenziale sind definitiv ausgereizt. Der Siliziumpreis (20 Dollar) kann nicht noch weiter sinken. Doch selbst bei zehn Dollar Siliziumpreis wäre kristallin nicht konkurrenzfähig zum Potenzial der Dünnschicht-Technologie.

Derzeit liegen die Herstellungskosten mit unseren CIGS-Maschinen bei einer 200-MW-Line in China bei nur noch 0,55 Dollar je Watt.

Wann kommen große Aufträge?

Wir haben schon mehrere unterschriebene Letters of Intent. Doch selbst in China wird die Finanzierung von Solarfabriken schwieriger. Ein Auftrag könnte noch dieses Jahr kommen. Hier geht es um 50 bis 100 Millionen Euro pro Auftrag.

Zuletzt ging der Auftragsbestand jedoch deutlich zurück, weswegen Kreditklauseln verletzt wurden. Wie ist hier der Stand?

Es laufen Verhandlungen. Eine Einigung wird in den nächsten Monaten erfolgen. Worst Case wäre eine Reduzierung der Kreditlinien - das ist aber sehr unwahrscheinlich. Manz pflegt sehr gute Beziehungen zu seinen Banken, die Zukunftsaussichten werden positiv gesehen.

Würden Sie Anteile an der Manz AG an asiatische Investoren verkaufen?

Die Chinesen werden kommen, um deutsche Solarfirmen zu kaufen. Doch ich wäre der Letzte, der sein Unternehmen an Chinesen verkauft.

Die aktuelle AKTIONÄR-Einschätzung zu Manz lesen Sie hier.

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