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Die Woche im Rückblick: Schuldenschnitt ein Kreditereignis, Commerzbank volatil, Linde und Morphosys stark, Q-Cells und Praktiker enttäuschen, Klöckner & Co pessimistisch

Michael Schröder

Die Börsianer blicken auf eine bewegte Handelswoche zurück. Nach dem zwischenzeitlichen Kursrutsch am Dienstag fanden DAX und Co im Anschluss schnell wieder zurück in die Erfolgsspur. Im Blickpunkt stand vor allem der Schuldenschnitt Griechenlands. Aber auch eine Reihe von Unternehmensdaten sorgte für Bewegung. DER AKTIONÄR gibt einen Überblick über die größten Gewinner und Verlierer bei DAX und Co.

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Der DAX verabschiedet sich mit Gewinnen ins Wochenende. Zum Handelsschluss am Freitag notierte der deutsche Leitindex im Wochenvergleich rund 0,3 Prozent höher bei 6.880 Punkten. Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert über die hohe Beteiligung bei der Umschuldung Griechenlands. Die restlichen will die Regierung in Athen zwangsweise enteignen. Dazu hatten die Verantwortlichen vorsorglich schon ein Gesetz verabschiedet, das ermöglicht, alte Anleihen rückwirkend mit Umschuldungsklauseln, sogenannten "Collective Action Clauses" (CAC), auszustatten. Doch damit nicht genug: Vom griechischen Schuldenschnitt betroffene Gläubiger haben Anspruch auf eine Entschädigung. Das teilte der Derivateverband International Swaps and Derivatives Association (ISDA) am Freitagabend mit. Der Schuldenschnitt stellt demnach ein Kreditereignis dar, das die Zahlung von Kreditausfallderivaten (CDS) auslöst.

Auswirkungen ungewiss

Die genauen Nebenwirkungen sind noch ungewiss. Branchenkenner erwarten, dass auf die Finanzbranche nun weltweit Zahlungsforderungen in Milliardenhöhe zurollen. Einzelne europäische Banken müssen sich dem Vernehmen nach auf Kosten in dreistelliger Millionenhöhe einstellen. Die Aktie der Commerzbank ging nach einem sehr volatilen Handelsverlauf im Wochenvergleich kaum verändert aus dem Handel.

Linde und Henkel im Aufwind

Dank eines Rekordgewinns im abgelaufenen Jahr legte die Aktie von Linde vor allem zum Wochenschluss deutlich zu und führt damit die Gewinnerliste im DAX an. Auch der Konsumgüterhersteller Henkel erzielte 2011 mit 15,06 Milliarden Euro den höchsten Umsatz seiner Geschichte. Somit wurden mehr als drei Prozent mehr als noch 2010 eingenommen. Der Gewinn erhöhte sich zudem von 1,14 Milliarden auf 1,28 Milliarden Euro - ebenfalls eine neue Bestmarke. Aktionäre können sich auf eine Erhöhung der Dividende auf 70 Cent je Anteilschein freuen.

Lufthansa lässt Federn

Trotz der Ankündigung umfangreicher Kosteneinsparungen setzte die Aktie der Lufthansa auch vergangene Woche ihren Sinkflug fort. Die 10-Euro-Marke wurde unterschritten. Zuletzt wurde spekuliert, dass auf der Jahreshauptversammlung am 15. März neue Sanierungsmaßnahmen beschlossen werden müssen. Im Fokus steht hier vor allem die weiterhin defizitäre Tochter Austrian Airlines. Möglich wäre eine Neugründung auf Basis der Regionaltochter Tyrolean, um die teuren Tarifverträge loszuwerden.


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Morphosys gefragt

Positive Analysteneinschätzungen gaben dem Biotechkonzern Morphosys vergangene Woche Rückenwind. So erhöhte die Deutsche Bank nach Bekanntgabe der jüngsten Zahlen das Kursziel von 25 auf 27 Euro und empfiehlt das Papier weiterhin zum Kauf. Ebenfalls positiv für den Kurs war die Meldung über den Abschluss der Patientenaufnahme in einer  aussichtsreichen klinischen Studie. Nach Unternehmensangaben ist man derzeit mit vier firmeneigenen Programmen in klinischen Studien vertreten und erwartet hierdurch weitere positive Impulse für die Zukunft.

Q-Cells unter Druck

Den Q-Cells-Aktionären bleibt nichts erspart: Die Aktie, die schon länger auf  Penny-Stock-Niveau notiert hat, büßte auch vergangene Woche wieder massiv an Wert ein. Am 19. März 2012 soll der Titel aus dem TecDAX fliegen. Für Aktionäre des gebeutelten Solarunternehmens enthalten die Sanierungspläne des Managements zudem eine böse Überraschung. Die Aktionäre sollen im Rahmen eines Schulden- und Kapitalschnitts auf Ansprüche verzichten. Nach Aussage des Q-Cells-Vorstandsvorsitzenden Nedim Cen sei dieser Schritt für die Umstrukturierung zwingend erforderlich, um eine Insolvenz abzuwenden.

GAGFAH einigt sich

Der Immobilienkonzern GAGFAH kann aufamten. Der Gerichtsstreit mit der Stadt Dresden konnte endlich beigelegt werden. In einem Vergleich einigte man sich auf eine Zahlung von 36 Millionen Euro aufgeteilt in mehrere Teilzahlungen bis 2020. Die geforderten Vertragsstrafe von knapp einer Milliarde Euro konnte somit abgewendet werden. An der Börse kannte die Aktie kein Halten mehr und schoss auf mehr als fünf Euro nach oben.

Klöckner & Co bleibt pessimistisch

Deutlich nach unten ging es hingegen mit den Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co. Der Grund hierfür waren die hohen Verluste im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2011. Zudem gab Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl keine klare Prognose für das Jahr 2012 ab.

Konsolidierung bei Lanxess

Ebenfalls unter Druck gerieten die Anteile von Lanxess. Nach den deutlichen Kursgewinnen zu Beginn des  laufenden Jahres befindet sich die Aktie des Leverkusener Spezialchemie-Konzerns mittlerweile in einer Konsolidierungsphase.

Schuler auf Rekordfahrt

Schuler konnte Ende Februar mit starken Quartalszahlen für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2011/12 (30.09.) überzeugen. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf 276 Millionen Euro, das EBITDA sogar um 62,9 Prozent auf 24,6 Millionen Euro. Nachdem die Aktie daraufhin ein Rekordhoch markiert hat, nahm der Kurs vergangen Woche weiter Fahrt auf.

MLP und Praktiker auf Talfahrt

Auch MLP legte Ende Februar starke Zahlen vor, weshalb die Aktie vor zwei Wochen stärkster MDAX-Titel war. Vergangene Woche führten die Anteile des Finanzdienstleisters hingegen die Verliererliste an. Abwärts ging es auch bei Praktiker. Der Kurs sank deutlich unter die Marke von zwei Euro.


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