Dominik Schertel
2011 war ein nervenaufreibendes und am Ende sehr schwaches Börsenjahr: DAX, TecDAX und Co verbuchten teils deutliche Verluste. Nun fragen sich die Anleger: Welche Aktien sind interessant und haben das Potenzial, den Markt in den kommenden Monaten hinter sich zu lassen? In seiner Serie "Die Lieblingsaktien der Redaktion" gibt DER AKTIONÄR auf diese Fragen die richtigen Antworten.
Roboterbasierte Automation ist und bleibt gefragt. Die VDMA Robotik und Automation kündigte im Oktober einen Rekordumsatz von 10,3 Milliarden Euro für das Jahr 2011 an. Das entspricht einem Wachstum von 37 Prozent. Ein Profiteur dieser Entwicklung ist der in Augsburg ansässige KUKA-Konzern. Das auf roboterbasierte Automation spezialisierte Unternehmen konnte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011 seinen Auftragseingang um 41 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro steigern und damit den Wert des Gesamtjahres 2010 bereits erreichen. Der Auftragsbestand kletterte zum 30. September 2011 auf den Rekordwert von 798,6 Millionen Euro. Auf Jahressicht entspricht das einem Zuwachs von 18,1 Prozent. Die Umsatzerlöse legten im Betrachtungszeitraum um 36,9 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich wurde von Januar bis September ein Ergebnis nach Steuern von 20,3 Millionen Euro erzielt.
Starke Zahlen erwartet
Im Abschlussquartal sollte sich die positive Entwicklung fortgesetzt haben. Die Konzernführung rechnet für das Gesamtjahr 2011 mit einem Umsatz von mindestens 1,2 Milliarden Euro, wenngleich von Unternehmensseite darauf hingewiesen wurde, dass unter "normalen Umständen" 1,35 Milliarden Euro umgesetzt werden sollen. Die EBIT-Marge soll auf mindestens fünf Prozent steigen. Nach Expertenmeinung wird KUKA sein Umsatzziel erreichen und ein operatives Ergebnis von 68,8 Millionen Euro erzielen. Für den bereinigten Netto-Ertrag wird ein Anstieg auf 30,3 Millionen Euro erwartet. Die Konzernführung wird die Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 am 1. Februar 2012 präsentieren.
Ausblick 2012
Dass KUKA auf ein gutes Geschäftsjahr blicken kann, ist offensichtlich. Viel wichtiger scheint allerdings die Frage, wie es mit den Augsburgern im neuen Jahr weitergeht. Experten befürchten, dass sich das Geschäft in den automobilnahen Branchen sowie den Maschinen- und Anlagenbauern im Zuge einer Konjunkturabschwächung abkühlen könnte. Von der konjunkturellen Eintrübung dürfte auch der Roboterhersteller nicht gefeit sein. Allerdings schafft die üppige Auftragslage eine gute Ausgangssituation, damit die Augsburger ihr Wachstum fortsetzen können. Experten erwarten im Jahr 2012 einen Umsatzanstieg auf 1,37 Milliarden Euro und ein EBIT von 77,5 Millionen Euro.
Neues Jahr, neues Glück
Während es für die Augsburger fundamental rund läuft, hatte die KUKA-Aktie in den vergangenen Monaten Probleme in die Gänge zu kommen. Mitte des Jahres rutschte der Titel mit dem Gesamtmarkt deutlich ab und fing sich schließlich im Bereich um 12 Euro. Seitdem pendelt das Papier zwischen dieser Marke und der oberen Begrenzung bei 15 Euro. Ein Sprung über den horizontalen Widerstand dürfte Käufer in die Aktie locken und schnelle Kurszuwächse bis auf zunächst 16 und schließlich 17 bis 18 Euro nach sich ziehen. Nach unten sollte wiederum die Unterstützungszone zwischen zwölf und 13 Euro Stabilität geben. Sollte dieser Bereich nicht halten, drohen weitere Abgaben bis auf zunächst zehn Euro und schließlich bis auf das 3-Jahres-Tief bei 8,86 Euro.

Nachholpotenzial
Die Schuldenkrise in den Euro-Staaten und die damit verbundenen Rezessionsängste haben viele Anleger die Fundamentaldaten der einzelnen Unternehmen ausblenden lassen. Mit einer Beruhigung der Lage sollte sich der Fokus 2012 wieder auf die Konzerne richten. Der Roboterhersteller KUKA dürfte dann zu den Gewinnern zählen. Anleger können sich auf dem aktuellen Niveau, spätestens aber mit dem Sprung über den horizontalen Widerstand bei 15 Euro, positionieren. Das Kursziel liegt bei 20 Euro. Ein Stoppkurs bei 11,50 Euro sichert ab. Anleger, die dem Ganzen noch eine gewisse Portion Würze beimischen wollen, setzen auf den Mini-Long von der Commerzbank (WKN CM5YL6), der sich auch im Online-Real-Depot des AKTIONÄR befindet.
Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.