Die Bauer AG und Infineon Technologies im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II
Die Euro am Sonntag baut auf die sehr schwankungsfreudige Aktie der Bauer AG. Die Börse am Sonntag steigt vorsichtig bei Infineon Technologies ein und benutzt dazu ein Derivat. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Euro am Sonntag erinnern an die jeweils drastischen Kursrückgänge der Bauer AG, wenn die Rezession aufgrund der Schuldenkrise ein großes Thema an den Börsen war. Sie verweisen allerdings auch auf die enormen Kursgewinne, wenn sich die Anleger auf die fundamentalen Daten des Spezial-Tiefbaukonzerns konzentriert haben. Aktuell ist der Aktienkurs am Boden. Die Anteile kosten 30 Prozent weniger als der Buchwert ausmacht (Eigenkapital/Aktie 24,99 Euro). So hohe Abschläge auf das Eigenkapital sind selten zu finden, Finanzwerte, Beteiligungsgesellschaften und Immobilienfirmen ausgenommen. Fundamental läuft es bei der Bauer AG gut. Seit Jahr 2004 bis zum Jahr 2011 erwirtschaftet das Unternehmen Gewinne. Die Nettoergebnisse haben sich in diesem Zeitraum verdreifacht und der Umsatz verdoppelt. Im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Wert des Auftragsbestandes im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf rund 752 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Prof. Thomas Bauer erwartet einen Gewinn von 35 Millionen Euro und prognostiziert mittel- bis langfristig jährliche Wachstumsraten von fünf bis zwölf Prozent pro anno. Aufgrund der günstigen Bewertung dürfte die nächste Erholungsrallye bald beginnen. Das Kursziel beträgt 29,50 Euro und der Stoppkurs sollte bei 13,40 Euro gesetzt werden.
Änderungen in Musterdepots der Euro am Sonntag:
Joachim Spiering, Verantwortlicher für das offensiv ausgerichtete Musterportfolio, hat 9.090 Anteile der Heidelberger Druckmaschinen AG zu 1,08 Euro eingebucht und bei 0,92 Euro abgesichert.
Jens Castner hat in seinem defensiv orientierten Musterdepot 120 Aktien von BASF zu 56,10 Euro eingebucht.
Sven Parplies, Betreuter des Momentum-Musterportfolios, hat nach den rein mathematischen Vorgaben auf Basis der "Relativen Stärke nach Levy (RSL)" 122 Papiere von Alexion Pharmaceuticals zu 81,51 Euro eingebucht sowie 168 Titel von Monster Beverage zu 59,31 Euro und 104 Anteile von Perrigo zu 96,03 Euro. Nun bucht er diese drei Positionen wohl alle mit Verlust aus, da sie unter die Stoppmarke von 120 Punkten RSL gesunken sind. Dafür möchte Parplies nun Aktien von Südzucker aufnehmen.

Die Börse am Sonntag: Infineon wird den Boden finden
Seit Anfang Mai hat der Aktienkurs von Infineon Technologies rund ein Drittel des Wertes abgegeben. Die Analysten von Kepler Capital Markets halten die mittelfristigen Wachstumsaussichten jedoch für gut und die Aktie nun wieder für günstig bewertet. Sie schätzen den Gewinn je Aktie für das nächste Fiskaljahr auf 0,38 Euro, was einem KGV von 13 entspräche. Die Experten der Börse am Sonntag sind der Meinung, dass die Notierung in den kommenden Wochen einen Boden finden dürfte. Dass sich das Marktumfeld des Halbleiterkonzerns verschlechtert hat, ist mittlerweile im Aktienkurs berücksichtigt. Nach den jüngst gesenkten Planzahlen für das Ende September ablaufende Geschäftsjahr 2011/12 dürften der Umsatz um fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Euro und der Gewinn um 37 Prozent auf 500 Millionen Euro sinken. Infineon beliefert vor allem Industrieunternehmen und ist somit stark von der weiteren Wirtschaftsentwicklung abhängig. Deshalb könnten die Erlöse und die Gewinnspannen stärker als erwartet sinken. Trotzdem dürfte der Aktienkurs bis Jahresende zumindest das derzeitige Niveau in etwa halten. Zwischen vier und fünf Euro befindet sich eine charttechnische Unterstützungszone, die nach unten relativ gut absichert. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger das am 31. Dezember 2012 fällige Discount-Zertifikat (WKN VT2 G0C) der Bank Vontobel auf Infineon Technologies kaufen. Die Bank zahlt höchstens 4,50 Euro zurück. Das entspricht einer Rendite von 5,4 Prozent beziehungsweise 12,4 Prozent auf ein Jahr gerechnet.
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