Michael Lang
Krise? Welche Krise? Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent und einer EBIT-Marge von zwölf Prozent meisterte dieser Nischenplayer das erste Halbjahr.
Krise? Welche Krise? Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent und einer EBIT-Marge von zwölf Prozent meisterte dieser Nischenplayer das erste Halbjahr.
Kai Bentz ist zu beneiden. Während sich im Krisenjahr 2009 viele Finanzvorstände mit Umsatzeinbrüchen, roten Zahlen und Liquiditätsengpässen konfrontiert sehen, kann der Finanzchef der LPKF Laser & Electronics AG (WKN 645 000) entspannt in die Zukunft blicken.
Rekordauftrag
Umsatzeinbruch? Kein Thema. Im ersten Halbjahr steigerte der in den Bereichen Leiterplattenbearbeitung und Laserapplikationen aktive Nischenplayer seine Umsatzerlöse um 15 Prozent auf 22,5 Millionen Euro. Die Erfolge der patentgeschützten MID-Technologie haben die verhaltene Nachfrage in anderen Geschäftsbereichen mehr als wett gemacht. Und die Erfolgsstory geht weiter: Im September konnte LPKF den größten Auftrag der Firmengeschichte an Land ziehen. Die Order für Lasersysteme zur Herstellung von dreidimensionalen Mobilfunkantennen hat ein Volumen von sechs Millionen Euro.
Stark in der Krise
Rote Zahlen? Weit entfernt. Mit einer EBIT-Marge von zwölf Prozent und einem Ergebnis je Aktie von 0,15 Euro übertraf die Gesellschaft im ersten Halbjahr die Erwartungen deutlich. Und auch im zweiten Halbjahr ist kein Einbruch in Sicht. Im Gegenteil: Im Gespräch mit dem AKTIONÄR berichtete der Finanzvorstand von „anziehenden Bestellungen“. Da vor allem in China die Nachfrage nach LPKF-Systemen sehr stark gestiegen ist, wurden zwei weitere Niederlassungen im Reich der Mitte gegründet. Einzig im Solarbereich sei eine Erholung erst im Verlauf des kommenden Jahres zu erwarten. Während sich die Analysten von SES Research für das Gesamtjahr 2009 mit einer EBIT-Marge von 11,4 Prozent und einem Ergebnis je Aktie von 0,29 Euro eher konservativ zeigen, hält DER AKTIONÄR eine Gewinnüberraschung für möglich.
Dividende in Sicht
Liquiditätsengpässe? Nicht bei LPKF. Trotz hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung kletterten die liquiden Mittel im ersten Halbjahr um 1,5 Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote von 69 Prozent liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt. Dank der soliden Finanzlage und der positiven Gewinnentwicklung dürfen LPKF-Aktionäre sogar auf eine Dividendenzahlung für 2009 spekulieren.
Kursziel 5,90 Euro
In den vergangenen Monaten hat Kai Bentz ein „deutlich gestiegenes Interesse an der Aktie und der Firma“ ausgemacht. Und es spricht vieles dafür, dass dies im weiteren Jahresverlauf so bleibt. Die bisherigen 2009er-Prognosen von Seiten des Vorstandes und der Analysten dürften sich als zu konservativ erweisen. Mit einem starken Newsflow im Rücken sollte die Aktie ein neues Jahreshoch erklimmen. DER AKTIONÄR erhöht sein Kursziel bis Jahresende auf 5,90 Euro. Zur Absicherung bietet sich ein Stopp bei 3,60 Euro an.