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Die 3U Holding und Borussia Dortmund im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau I

W. Sperber

Zukunftswerte ist enttäuscht von der 3U Holding, hält die Aktie weiterhin für deutlich unterbewertet, passt allerdings das Kursziel an. Der Anlegerbrief performaxx feiert noch immer und immer weiter mit Borussia Dortmund.

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Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Zukunftswerte hatten vor sechs Wochen zwar schwache Zahlen der 3U Holding für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres erwartet; dennoch wurden sie von den tatsächlichen Ergebnissen beziehungsweise der sehr deutlichen Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2012 enttäuscht. Anstatt eines Gewinns von 0,5 bis 1,5 Millionen Euro soll nun ein Verlust von 2,5 bis vier Millionen Euro erwirtschaftet werden. Der Aktienkurs sank daraufhin kräftig, auch wenn der Vorstand die Ziele für das nächste Jahr bestätigt hatte. Demnach sollen im Jahr 2013 eine halbe bis zwei Millionen Euro verdient werden. Die schwachen Zahlen für das erste Halbjahr 2012 erklären sich aufgrund der höheren Basis im Vorjahreszeitraum, als der Verkaufserlös für die Tochterfirma LambdaNet verbucht worden ist. Zudem gab 3U respektive die Tochterfirma Weclapp aktuell mehr für Personal aus und die Kunden hielten sich aufgrund der politischen Untätigkeit bezüglich der Solarförderung mit Aufträgen in diesem Segment zurück. Ein Engagement bei der 3U Holding sollte als reines Substanzwertinvestment gesehen werden. Deshalb ist die Bilanz sehr wichtig. Innerhalb des zweiten Quartals sank zwar die Liquidität deutlich, aber auch die Schulden wurden erheblich abgebaut. Der zum Halbjahr aufgelaufene Verlust von 3,5 Millionen Euro macht rund 0,10 Euro je Aktie aus. Zum 30. Juni überstiegen die kurzfristig angelegten Vermögenswerte von 31,1 Millionen Euro die Gesamtschulden von 12,1 Millionen Euro um 18,9 Millionen Euro. Dieses Nettoguthaben beträgt 0,54 Euro je ausstehender Aktie. Dazu kommen 38,4 Millionen Euro langfristig angelegtes Vermögen, was weiteren 1,09 Euro pro Anteil entspricht. Dieses langfristige Vermögen ist vor allem im Solarpark Adelebsen gebunden. Diese Bilanz-Positionen dürften wertbeständig sein, so dass der harte Substanzwert je Aktie etwa 1,50 Euro beträgt. Dabei ist ein Sicherheitsabschlag berücksichtigt. Der Vorstand hält hoffentlich Wort und die Verluste steigen in der zweiten Jahreshälfte nicht weiter an. Aufgrund der Gewinnwarnung dürften externe Aktionärsgruppen den Druck auf das Management deutlich erhöhen, die vorhandenen Werte von einem Buchwert von momentan 1,66 Euro je Aktie auch zum Wohl der Aktionäre zu heben. Das könnte durch massive Aktienrückkäufe, eine Sonderausschüttung, eine Konzernaufspaltung oder Beteiligungsverkäufe geschehen. Auch konservativ eingestellte Anleger sollten die Anteile bis zu Notierungen von 0,90 Euro kaufen. Das Kursziel wurde von 1,35 auf 1,25 Euro gesenkt.

Der Anlegerbrief performaxx: Dortmund ist einfach meisterlich 

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA hat vor mehr als zehn Jahren 2,55 Millionen Aktien zu elf Euro an die Börse gebracht. Neben der Lizenzspielermannschaft ist die KGaA auch für die Amateurmannschaft sowie die A-Jugend verantwortlich. Zudem zählt der Betieb des Stadions zum Profigeschäft. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx mahnen: Sportlicher Erfolg ist nicht planbar, das sollten Investoren wissen, nur die Grundsteine lassen sich legen. Derzeit könnten Investoren die Erfolge genießen, aber sie sollten ihr vermeintliches Investment niemals zu ernst nehmen. Fundamental betrachtet sollte der Aktienkurs dennoch auf mindestens 3,50 Euro steigen, wobei dabei schon ein Risikoabschlag berücksichtigt ist. Zudem sollte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Geschäftsführer der Tochterfirma BVB Stadion Holding GmbH und Vorsitzender der Geschäftsführung der Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, mindestens sechs Millionen Euro für das Ende Juni abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 an die Aktionäre ausschütten, was bei einer solchen Auszahlung von wenigstens 0,10 Euro pro Anteil einer Dividendenrendite von etwa vier Prozent entspräche. In diesem abgelaufenen Fiskaljahr hat die KGaA 215 Millionen Euro umgesetzt und 34 Millionen Euro beziehungsweise 0,55 Euro je Aktie verdient. Die Schulden wurden auf 40 Millionen Euro gesenkt. Im neuen Wirtschaftsjahr 2012/13 bringt der Verkauf des japanischen Spielers Shinji Kagawa an Manchester United Einnahmen von 16 Millionen Euro. Insgesamt dürften im nun laufenden Geschäftsjahr 225 Millionen Euro erlöst und 0,60 Euro je Aktie Gewinn erzielt werden. Die Dividende dürfte auf 0,15 Euro pro Anteil erhöht werden. Der einzige finanzielle Unterschied zwischen Platz 1, 2 oder 3 in der Deutschen Fußballliga besteht mittlerweile wohl nur mehr darin, dass der Meister etwas mehr Geld von den Sponsoren bekommen dürfte. Andererseits verlangen "Meisterspieler und andere Beteiligte" für gewöhnlich auch mehr Geld. Platz 1 ist gut für die Trophäensammlung des Vereins - aber Platz 2 besser für die Finanzen. Das Management von Dortmund sollte die schlechte Lage vor knapp zehn Jahren in Erinnerung behalten haben, als eine hoch bezahlte Mannschaft, welche die Champions League gewann, sich nicht mehr für europäische Wettbewerbe qualifizierte und der Gesellschaft einen Verlust von 21 Millionen Euro im Fiskaljahr 2003/04 und einen Verlust von 70 Millionen Euro im Wirtschaftsjahr 2004/05 einbrachte. Unter den laut einer Studie finanziell am gesündesten aufgestellten europäischen Clubs finden sich nicht weniger als fünf deutsche, darunter der FC Bayern und Borussia Dortmund, und kein einziger aus Spanien.

Die aussichtsreichsten, interessantesten oder innovativsten Anlagetipps der "Börsenwelt" sind - ausschließlich - im wöchentlich erscheinenden "Börsenwelt Börsenbrief" zu finden.  

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