Die heutige Meldung von Dialog Semiconductor zum Geschäftsjahr 2008 ist eine willkommene Abwechslung zu den Hiobsbotschaften, die es dieser Tage sonst zu lesen gibt. Der in Kirchheim/Teck bei Stuttgart ansässige Chipentwickler hat glänzende Zahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt. Die Empfehlung des AKTIONÄRS als Spekulation der Woche in Ausgabe 10/2009 und DER-AKTIONÄR-Online-Tipp vom 19. Februar reagiert auf die Zahlen mit einem Kurssprung.
Erfolgreicher Turnaround
Zu den umsatzstärksten Kunden von Dialog zählen Sony-Ericsson, Apple, Bosch und Tridonic, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der Umsatz im Geschäftsjahr 2008 um 86 Prozent auf 161,8 Millionen US-Dollar geklettert ist. Ein großer Erfolg in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass Dialog mit Apple den Branchenprimus bei Smartphones für seinen innovativen Power-Managment-Chips gewinnen konnte. Der 2007 eingeleitete Turnaround hat damit mit dem fünften profitablen Quartal in Folge an Nachhaltigkeit gewonnen. Bezogen auf das Gesamtjahr liegt der Nettogewinn bei 6,8 Millionen US-Dollar oder 0,15 Dollar je Aktie. 2007 ist noch ein Verlust von 19 Millionen US-Dollar angefallen. Dialog-Chef Dr. Jalal Bagherli ist zu Recht stolz auf das Ergebnis: Ich bin stolz auf unsere Leistungen im Jahr 2008. Wir haben mit einem starken vierten Quartal ein sehr solides Geschäftsjahr mit Umsatzwachstum, verbesserten Kennzahlen sowie einer Steigerung der Nettoliquidität abgeschlossen.
83 Prozent des Börsenwertes Nettocash
Die Steigerung der Nettoliquidität ist eines der Highlights: Dialog verfügt aktuell über Barmittel in Höhe von 36,9 Millionen US-Dollar, zum aktuellen Dollarkurs umgerechnet rund 28,7 Millionen Euro. Dies entspricht 83 Prozent der derzeitigen Marktkapitalisierung von 34,6 Millionen Euro. Das profitable Geschäft, das einen positiven Cashflow generiert, wird aktuell mit nicht einmal sechs Millionen Euro bewertet.
Wachstum auch 2009
Trotz weiterhin guter Perspektiven: 2008 erhielt Dialog zahlreiche Entwicklungsaufträge für Handys, Smartphones und MP3-Player, darunter teilweise neue Kunden, was für weiteres Umsatzwachstum sorgen sollte. Zudem ist das Management zuversichtlich, 2009 weitere Entwicklungsaufträge gewinnen zu können. Gut vorangekommen ist Dialog mit seinen drei Displaytechnologien (OLED, MEMS, E-Ink). Die OLED-Lösung, die zusammen mit einem japanischen Partner entwickelt wird, ist im zweiten Halbjahr 2009 produktionsreif, während die E-Ink-Treibertechnologie bereits bei einem großen Mobiltelefon-Hersteller eingeführt wurde und daraus schon im ersten Halbjahr Umsatzbeiträge zu erwarten sind. Das Wachstum sollte sich daher auch 2009 fortsetzen. Die aktuellen Analystenschätzungen von 175 Millionen Dollar beim Umsatz und 0,17 Dollar beim Gewinn je Aktie sind daher eher konservativ gewählt. Vor allem beim Gewinn je Aktie sollte aufgrund eines größeren Anteils höhermargiger Standardchips etwas mehr drin sein. DER AKTIONÄR rechnet mit mindestens 0,25 Dollar je Aktie.
Aktie zum Nulltarif
Selbst wenn man die konservativen Analystenschätzungen heranzieht, ist Dialog Semiconductor aktuell mit einem 2009er-KGV von 6 günstig bewertet, zumal der Großteil des Börsenwertes mit Cash unterfüttert ist. Die erfolgreiche AKTIONÄRS-Empfehlung ist nach dem Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend weiterhin ein Kauf.