Sascha Grundmann

Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Deutsche Telekom eine Komplettübernahme von Clickandbuy im Auge. An dem Internet-Bezahldienstleister halten die Bonner bereits rund 20 Prozent. Währenddessen klettert die Notierung des Telekommunikationskonzerns in kleinen Schritten, aber stetig in Richtung eines neuen Zwischenhochs.
An und für sich schien die Luft bei der T-Aktie ein bisschen raus zu sein. Nach den jüngsten Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr, die wenig begeisternd ausgefallen waren, hatte die Notierung der Deutschen Telekom deutlich korrigiert. Auch die Aussicht, dass die Dividende stabil gehalten werden soll, vermochte da wenig auszurichten. In Kommentaren wurde immer wieder die Frage gestellt, wo neues Wachstum herkommen soll und wo - abgesehen von der attraktiven Dividendenrendite - Kaufargumente und damit Kursfantasie für die T-Aktie zu finden seien. Viele Beobachter fragten und fragen sich, wie etwa die von der Telekom angekündigte Strategie 2.0 aussehen soll.
Kiosk für Spiegel und Bild
In den letzten Tagen ist man in diesem Punkt möglicherweise ein bisschen schlauer geworden. Die Deutsche Telekom scheint künftig vermehrt auf Internetinhalte setzen zu wollen. So wurde bereits vor knapp einer Woche bekannt, dass sie als elektronischer Kiosk für das Nachrichtenmagazin Spiegel und den Springer-Verlag tätig sein wolle. So sollen etwa das E-Paper des Spiegel über die Internetseite von T-Online und Dienste der Bild über Handys von Telekom-Mobilfunkkunden abzurufen sein. Dass die Telekom zudem - so meldete heute morgen die Financial Times Deutschland - den Internetdienstleister Clickandbuy, an dem sie bereits rund 20 Prozent halte, nun komplett übernehmen wolle, passt dabei gut ins Bild.
Erholung voraus?
Ob es die Strategie 2.0 der Telekom ist, die derzeit die Börsianer in Sachen T-Aktie zu vermehrten Käufen veranlasst, oder doch eher der Umstand, dass viele Anleger nach der Kursschwäche von Ende Februar die T-Aktie noch vor dem Dividendenstichtag Anfang Mai einsammeln wollen, sei einmal dahingestellt; das Papier der Telekom scheint sich jedenfalls wieder zu erholen. Sollte die Notierung das Zwischenhoch bei 9,84 Euro überwinden, wäre aus charttechnischer Sicht der Weg frei bis über die 10-Euro-Marke. Investierte Anleger sollten mit einem Stoppkurs von knapp unterhalb der 9-Euro-Marke dabeibleiben.
