Deutsche Telekom (Update): T-Aktie klettert an DAX-Spitze
Für die Anleger ein ungewohntes Bild: Die Aktie von Europas größtem Telekomkonzern gewinnt am Mittwoch kräftig an Fahrt und führt am Nachmittag die Top-30-Liste der deutschen Blue Chips an. Wie lange setzt sich der Höhenflug fort?
Die T-Aktie baut die Gewinne am Mittwochnachmittag weiter aus und steigt um 2,6 Prozent auf 9,06 Euro. Am Morgen hatte die Financial Times (FT) über Pläne für ein Paneuropäisches Netzwerk berichtet. Zusätzlichen Treibstoff liefert der Aktie eine Meldung von der gerade angelaufenen Unterhaltungselektronik-Messe (CES) in Las Vegas.
Gemeinsam stark
Die radikalen Überlegungen der ehemaligen Staatsmonopolisten, die fragmentierten nationalen Märkte zu einem gigantischen EU-Markt zu vereinen, seien bei einem privaten Treffen der Manager mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia aufgekommen, berichtet die FT unter Berufung auf eingeweihte Personen.
Die Kosteneinsparung durch mögliche Synergieeffekte eines solchen Europa-Netzes dürften in die Milliarden gehen und könnten der darbenden Telekombranche dabei helfen, ihre Profitabilität zu erhöhen. Im Kampf gegen außereuropäische Konkurrenten böte eine Vereinbarung ebenfalls Vorteile.
Aggressive Signale von der CES
Mit ihren Käufen reagieren die Anleger nicht ausschließlich auf den Bericht in der FT. John Legere, Chef von T-Mobile USA, kündigte auf der CES in Las Vegas aggressive Maßnahmen seines Unternehmens an, um die Kundenflucht zu stoppen.

So soll Apples Verkaufsschlager, das iPhone, für 99 Dollar (inkl. Vertrag) verkauft werden. Erst vor einem Monat hatte der Konzern den Vertrieb des iPhones für 2013 angekündigt. Legere schätzt, dass das iPhone ab 2014 den freien Barmittelzufluss steigern wird.
Von einer neuen 70-Dollar-Flatfee (Daten/Sprache; keine feste Laufzeit) erhofft sich Legere zusätzliche Wachstumsimpulse für das Endkundengeschäft.
Fazit: Die Stimmung unter den Anlegern dreht sich langsam. Galt die T-Aktie 2012 noch zu den lahmen Enten im DAX, zählt sie in den ersten Tagen des neuen Börsenjahres zu den Sprintern. Die Charttechnik spricht nicht gegen eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtstrends. Mit dem Sprung über den kleinen horizontalen Widerstand im Bereich 8,90 Euro eröffnet sich zusätzliches Potenzial bis 10,00 Euro. Fundamental wäre ein solcher Anstieg ebenfalls zu rechtfertigen. Mit einem KGV von 12 auf Basis der erwarteten Gewinne für 2013 ist der DAX-Titel moderat bewertet. DER AKTIONÄR hält an seinem Kursziel von 11,00 Euro fest.
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