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Deutsche Telekom: Millionen-Einnahmen und Milliarden-Ausgaben

Werner Sperber

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Drum prüfe wer sich ewig bindet, … . Die Deutsche Telekom hat jüngst zwei Partner an sich gebunden. Ob der Konzern damit uneingeschränkt glücklich wird, wird auch bezweifelt. Zudem bleibt Vorstandsvorsitzender René Obermann auf dem milliarden-teueren Problem T-Mobile USA sitzen.

James T. Kirk, Captain des Raumschiffes Enterprise, hat im 23. Jahrhundert nicht einmal einen Communicator, mit dem er seinen Gesprächspartner (beinahe) in Echtzeit sehen kann, als er Commander der Sternenflotte geworden sein wird. Im 21. Jahrhundert gibt es einen solchen Standard schon: Er nennt sich UMTS (Universal Mobile Telecommunications System, auch 3G-Standard) und ist veraltet. Selbst der Nachfolge-Standard, LTE (Long-Term-Evolution), ist nur ein Übergang zu LTE-Advanced, welcher dann tatsächlich alle Definitionen des Telecommunication Standardization Sector (ITU-T), auch 4G-Standard genannt, erfüllt. Mit der Übergangsversion LTE können die Besitzer entsprechender Mobilgeräte Internet-Inhalte mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit von bis zu 300 Megabit pro Sekunde herunterladen, also auch Filme in HD-Qualität. Das dürfte zum Datenstau führen, wenn die Telekom-Konzerne keine geeignete Infrastruktur vorweisen.

Die Deutsche Telekom arbeitet nun mit Telefónica Deutschland/O2 zusammen, und stellt der Tochterfirma der spanischen Telefónica die Technologie zur Verfügung, um ebenfalls den schnellen Mobilfunk-Standard LTE anbieten zu können. Der Konzern mit Sitz in Bonn lastet dadurch die eigenen Glasfaser-Netze besser aus und erhält einen nicht genannten Millionen-Betrag von Telefónica. Konkret wird die Telekom ab dem zweiten Quartal die Mobilfunk-Antennen von Telefónica in Deutschland an ihr Datennetz anschließen. Eine entsprechende, langfristige Vereinbarung wurde unterzeichnet.

Neuer Partner Nummer 2

Die Deutsche Telekom kooperiert auch mit Groupon. Das US-Unternehmen, welches Rabatt-Aktionen mit den Partnern initiiert und die entsprechenden Coupons über die eigene Internetseite vertreibt, soll der Telekom helfen, im Geschäft mit dem mobilen Internet zu wachsen. Vor allem sollen mehr Umsätze mit Mobiltelefon-Kunden erreicht werden. Kritiker warnen: Ein Groupon-Partner könne wenig Kunden gewinnen aber viel Geld verlieren, wenn er bei den Bedingungen für die Rabatt-Aktion einen Fehler macht. Zudem sei es noch immer ein logistisch hoher Aufwand, die Rabatt-Gutscheine einzulösen. Auf lange Sicht jedoch, und wenn die mobile Variante des sogenannten Couponings technisch massentauglich sei, hätte die Telekom schon alleine durch das eigene Mobilfunk-Netzwerk einen enormen Vorteil aus der Partnerschaft. Ob der Partner dann noch Groupon heißen müsse, sei angesichts des enormen Tempos bei der Entwicklung neuer Technologien und Angebote allerdings unsicher.

Es bleibt an der Telekom hängen

T-Mobile USA hat es versäumt, das Netz auszubauen. Ulrich Rathe, Analyst von Jeffries, schätzt, dass der notwendige Ausbau bis zu neun Milliarden Dollar kosten wird. Andererseits hat T-Mobile USA während der zehnmonatigen Übernahmeverhandlungen mit AT&T deswegen mindestens 467.000 einträgliche Kunden verloren. Den Verkauf an AT&T haben US-Behörden verhindert. Philipp Humm, Vorstandsvorsitzender von T-Mobile USA, möchte nun die Netzqualität verbessern. Auch hier spielt die Aufrüstung auf den LTE-Standard eine Rolle. Ob Humm dafür Geld von den Finanzmärkten benötigt, ließ er offen. Es könne aber sein, dass er einzelne Vermögenswerte, wie etwa Sendemasten, verkauft und zurückmietet. Analysten schätzen den Verkaufserlös auf bis zu zwei Milliarden Dollar. Zudem erhielt Humm von AT&T drei Milliarden Dollar als Entschädigung für die Auflösung des Verkaufsvertrages. Dass auch René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, seinen Vertrag auflöst (oder aufgelöst bekommt), ist durchaus möglich, denn ein erfolgreicher Verkauf hätte ihm endlich das Problem T-Mobile USA vom Hals geschafft.

Grundsätzlich kaufenswert

Insgesamt haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen für die Jahre 2011 bis 2013 gesenkt. Sie erwarten nun Ergebnisse von 0,73 Euro, von 0,71 Euro und von 0,77 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 12, von 13 und erneut von 12. Anleger sollten die Anteilscheine auch aufgrund der hohen Dividendenrendite im Depot haben. Das Kursziel beträgt 13,50 Euro und der Stoppkurs sollte bei 7,50 Euro gesetzt werden.

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