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Deutsche Telekom: Konfrontation

Werner Sperber

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Analysten US-amerikanischer Banken sehen die Zukunft der Telekom-Branche nicht mehr rosig. Das gilt auch für die Deutsche Telekom. Die Banker von Morgan Stanley sind sogar auf öffentlichen Konfrontationskurs mit dem Vorstand des Konzerns in pink gegangen.

Morgan Stanley widerspricht der Deutschen Telekom energisch. Die US-Banker und der Vorstand des Konzerns aus Bonn haben sich getroffen und dabei auch über die Satelliten- und Kabel-Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/14 gesprochen. Die Verantwortlichen der Telekom wischten Bedenken vom Tisch, wonach das Unternehmen Probleme mit den Wettbewerbsbehörden bekommen würde. Die Telekom biete schließlich schon jetzt "Liga total!" als Bezahlangebot im Internet-Fernsehen an. Die Analysten beharren jedoch darauf, der Ex-Monopol-Konzern habe keine realistische Chance, sich die Rechte zu sichern, da der deutsche Staat noch immer rund 30 Prozent an der Telekom hält. Unternehmen, die sich teilweise in Staatshand befinden, dürften weder mittel- noch unmittelbar klassischen Rundfunk veranstalten. Die Analysten warnten die Telekom zudem, die Refinanzierung wäre wohl schwer zu erreichen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) lässt im April für die entsprechenden Lizenzen bieten und dürfte sich Ende Mai entscheiden.

Neutral

Hannes Wittig, Analyst von JPMorgan, kritisiert die Telekom-Branche insgesamt. Die makro-ökonomischen Aussichten verschlechtern sich und die Vorstände der Telekom-Konzerne würden trotzdem steigende Gewinne prognostizieren. Weil das auch mit den Unternehmens-Zahlen für das vierte Quartal 2011 nicht zusammenpasst, würden die Telekom-Gesellschaften demnächst abgestuft. Vor diesem Hintergrund bestätigte Wittig seine Einstufung für die Aktie der Deutschen Telekom mit "Neutral" und sein Kursziel von 8,70 Euro. Guy Peddy, Analyst von Macquarie, stößt für die kontinentaleuropäischen Telekom-Konzerne in etwa ins gleiche Horn und bestätigte seine Einschätzung für die Anteile der Deutschen Telekom mit "Neutral" und sein Kursziel mit neun Euro.

Kaufen

Simon Weeden, Analyst der Citigroup, schätzt den Umsatz und das Ergebnis der Telekom-Tochterfirma T-Mobile USA nicht mehr so hoch wie früher. Deshalb schätzt er auch den Gewinn der Deutschen Telekom für die Jahre 2011 und 2012 etwas niedriger. Dennoch bleibt Weeden bei seiner Kaufempfehlung und seinem Kursziel von zehn Euro.

Emmet Kelly, Analyst von Merrill Lynch, hält die Entwicklung von T-Mobile USA ebenfalls für durchwachsen. Für das Deutschlandgeschäft dürfte der Mutterkonzern ein schwächeres Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ausweisen. Jedoch würden die Umsätze mit dem Mobilfunk stärker steigen und auch im TV-Geschäft sollte es Fortschritte geben. Konzernweit dürfte die Deutsche Telekom 14,8 Milliarden Euro erlöst und ein EBITDA von 4,55 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Kelly hält weiterhin an seinem Kursziel von 11,70 Euro für die kaufenswerte Aktie fest.

Grundsätzlich kaufenswert

Die Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für die Jahre 2011 bis 2013 im Schnitt leicht erhöht. Sie erwarten nun Ergebnisse von 0,74 Euro, von 0,73 Euro und von 0,78 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 12 und von 11. Anleger sollten die Aktie der Deutschen Telekom auch aufgrund der hohen Dividendenrendite im Depot haben. Das Kursziel beträgt 13,50 Euro und der Stoppkurs sollte bei 7,50 Euro gesetzt werden.

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